Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 24 (sequence 7)
- Language
- German
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24 insbesondere des Dekalogs, des Sabbatgebots, der Beschneidung, der Speiseverbote und des Opferrituals, um den Engel- und Dämonenglauben, die Vorstellung vom Jenseits, die eschatologischen Ideen, den Einfluß der griechischen Philosophie auf die spätere didaktische Literatur der Hebräer, endlich um den religiösen Wert der biblischen Hymnenliteratur im Vergleich zur babylonischen. Für die religionsgeschichtliche Behandlung dieser Probleme gibt nun Nikel einige sehr wertvolle Richtlinien. Ich will in dieser Uebersicht nur die wichtigsten herausgreifen. Bekanntlich gehen die modernen Assyriologen am weitesten mit ihren mehr als abenteuerlichen Hypothesen. Sie sehen in dem Patriarchen Abraham den „heroischen Niederschlag des Mondgottes" und auch in den übrigen Patriarchen erblicken sie nichts als Gestalten eines astralmythologischen Systems. „Der Nachweis dieses Schemas in der älteren hebräischen Literatur ist bisher nur dadurch möglich gewesen, daß man mit größter Willkür und Inkonsequenz verfahren ist". Dasselbe gilt von den Gesetzen des Pentateuchs. Nikel bemerkt sehr zutreffend: „Reicht der Codex Hammurabi aber in so frühe Zeit zurück, (etwa um 2100) so darf nicht mehr bestritten werden, daß die älteste Schicht der pentateuchischen Gesetze im 15. Jahrhundert, dem Zeitalter des Moses, entstanden sein kann". Gewiß lagen in dem Codex Hammurabi's Parallelen zum 4. 5. 6. 7. und 8. Gebot vor. Wird aber dadurch der Wert und die Orginälität der zehn Gebote gemindert? Keineswegs! Die Hauptbedeutung des Dekalogs beruht in dem Ausdruck des strengsten Monotheismus, in dem Gebot der bildlosen Verehrung Gottes, in der Heilighaltung seines Namens sowie im Sabbatgebot. Daß diese Gebote ganz ohne Parallelen in der babylonischen wie in der ägyptischen Literatur sind, wird ja wohl allgemein zugestanden werden müssen. Auch die Originalität des hebräischen Sabbat, die seit Delitzsch so vielfach angegriffen, ist nach den Resultaten besonnener Forschungen wieder zu Ehren gekommen. Daß der babylonische „Schabbatu" lautlich wie sachlich nichts mit dem Sabbat zu tun hat, ist jetzt wohl all-