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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 242

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Est deus in nobis!
Date
1904-01-01
Page
Seite 242 (sequence 54)
Language
German
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242 Weg zum Heile führe. Und daß er nur im Schoße des Judentums glücklich zu werden hoffen könne. „Und darum, ehrwürdiger Rabbi," so schloß jetzt Photius seine Rede, „bin ich durch die Wüste zu Dir gepilgert und flehe Dich an: Nimm mich auf in die Gemeinschaft Deiner Brüder, laß mich teilhaftig werden der ewigen Seligkeit des Jenseits, sowie des Friedens auf Erden!" „Mein Sohn," nahm kopfschüttelnd der Rabbi das Wort, „was ficht Dich an, den Frieden zu suchen im Schoße unserer Gemeinschaft? Weißt Du es nicht und warst Du nicht selbst unzählige Male Zeuge, daß es für das Volk Israels keinen Frieden gibt, solange seine Feinde sich den göttlichen Geboten der Nächstenliebe entziehen? Du suchst Frieden bei einem Volke, das kein Vaterland hat, das umherirren muß, vertrieben und verjagt aus seinem Lande, das nicht einen Erdenfleck sein nennen darf und ruhelos wandert in der Fremde?" „Und daß sich dennoch einst versammeln und vor dem Angesichte seiner Feinde siegreich einherziehen wird in das gelobte Land der Freiheit und der Gerechtigkeit. ..." „Du bist jung, mein Sohn," unterbrach ihn seufzend der Rabbi, „und der Jugend erscheint die Zukunft stets als ein glänzendes Bild — allein, wer die Gemeinschaft unserer Brüder sucht, dem darf kein lockendes Irrlicht von ferner Macht und Größe blenden, nein, in schweren Kämpfen müssen wir den Sieg erringen, den Sieg des Rechtes und der Wahrheit ..." „So laßt mich mit euch kämpfen!" rief mit leidenschaftlichem Erglühen der Jüngling. „In euerer Mitte, als ein Sohn eueres Volkes, will ich streiten im Kampfe um den Glauben an einen Gott! Wohl bin ich noch an Jahren jung, allein die Jugend ist es, die den Mut verleiht, zu kämpfen und zu siegen!" Forschend ruhte der Blick des ehrwürdigen Mannes auf den in flammender Begeisterung erglühenden Zügen des Jünglings, dann aber suchte sein sinnendes Auge den klaren offenen Blick des jungen Griechen und was er darin las von Mut und Entschlossenheit, von felsenfestem Gottvertrauen und in schwerem, inneren Kampfe abgeklärter Weltanschauung,

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