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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 214

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Est deus in nobis!
Date
1904-01-01
Page
Seite 214 (sequence 26)
Language
German
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214 unmöglich! Meine göttliche Kaiserin hat nichts gemein mit jener Tyrannin, von der sie so greuliches erzählten." „Komme zu Ende!" gebot kurz und scharf Theodora. „Nun zürnst Du doch und willst das Ende hören! Ich aber wartete das Ende ihrer verruchten Unterhaltung nicht ab, mich im Dunkeln sortschleichend gelangte ich endlich ins Freie. Wie von Furien gepeitscht, eilte ich hinweg von jener Stätte, an der verworfene Menschen so schändliches zu erzählen wagten. Welch ein Frevel! Du, meine angebetete Herrin, Du, sagten sie, o daß doch ihr Mund verdorre. Du wärest — ich vermags nicht zu sagen — lachend erzählten sie einander, daß auch sie bereits Deine Gunst genossen, daß Du grausam seiest auch in der Liebe, und daß — nein, es ist unmöglich — und die Erde verschlinge jene elenden Verläumder, daß im Augenblicke, wo ich, mich in namenloser Sehnsucht nach Dir verzehrend, im Palaste umherirre, ohne zu Dir gelangen zu können, sich ein anderer Deiner Gunst erfreue und Du in den Armen eines goldlockigen Germanen Deines armen Sklaven spottest." In fiebernder Spannung war Theodora der Erzählung des jungen Freundes gefolgt, ab und zu glimmte ein wildes Feuer auf in ihren Augen, dann verzerrte wieder ein höhnisches Lächeln ihren Mund, jetzt aber, als er geendet hatte, als er mit flehendem Ausdrucke in ihren Mienen nach der Wahrheit suchte, — jetzt hielt sie nicht länger an sich. Ein freches, hohnvolles Lachen erschütterte ihren Leib, ein Lachen, das sie wohl noch von ihrem früheren Gewerbe her zur Gewohnheit hatte und ein wildes Feuer erglühte in ihren schwarzen lodernden Augen. „Und Du bist davongeschlichen mitten in der Nacht," lachte sie und chre weißen Zähne blitzten in dem Dunkel der beginnenden Dämmerung, „und grämst Dich gleich einem kleinen Kinde, weil Deine Kaiserin auch noch für andere Sterbliche ein Herz hat!" Und sie lachte noch lauter und sein Herz krampfte sich zusammen in bitterem Weh bei dem Anblicke dieses frech lachenden Weibes, dieses Weibes, dem nichts heilig war, der er seine Liebe geweiht und die sich mit dem erstbesten germanischen Krieger die Zeit vertrieb. Und nun sah er in ihr nicht mehr die gebietende

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