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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 213

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Est deus in nobis!
Date
1904-01-01
Page
Seite 213 (sequence 25)
Language
German
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213 Rasch besänftigt neigte sich Theodora wieder zu ihm nieder. Allein ihr einmal erwachter Argwohn ließ sich so leicht nicht beruhigen. Was mochte es sein, daß Photius ihr zu verbergen Grund hatte? — Was hatte er ihr zu verheimlichen? — War es Untreue, sollte der Jüngling seine Liebe einer anderen zugewandt haben? Nein! Das war ja nicht möglich!" „Wenn ich Dich nun, o Photius," begann sie aufs neue, „bei Deiner Liebe zu mir bitte. Dich mir zu offenbaren, wirst Du es dann tun?" „Dringe nicht in mich, holde Kaiserin," wehrte Photius, „ich fürchte Deinen Zorn." „Rede!" gebot kurz Theodora. „Nun wohlan, erhabene Fürstin, ehegestern wars zur Nacht, als die Sonne schon längst in glühender Pracht ins Meer gesunken war, da war ich auf dem Wege zu Dir, das Herz voll glühender Sehnsucht, das Blut in leidenschaftlichem Verlangen nach Deinem Besitze eilte ich hierher — Du mochtest mich nicht erwartet haben, die Türen der Gemächer, in denen wir uns zu treffen pflegen, fand ich offen, sonderbarerweise befand sich auch keine von Deinen Kammerfrauen in der Vorhalle, die mir den rechten Weg gewiesen hätte, kurz, ich verging mich in den weiten Gängen. Unmutig schritt ich in dem .weiten Palaste umher, unschlüssig, ob ich ihn verlassen oder dennoch einen verzweifelten Versuch, zu Dir zu gelangen, wagen solle, doch da ließen sich leise, flüsternde Stimmen in meiner Nähe vernehmen — ich sah niemanden in der Dunkelheit, auch mußten sie, die da redeten, hinter einer unsichtbaren Türe verborgen sein ..." „Nun weiter!" drängte ungeduldig werdend die Kaiserin. Photius hatte sein Gesicht in die Falten ihres herabhängenden Gewandes gedrückt und leise, in abgebrochenen, stammelnden Worten fuhr er fort: „Sie sprachen von Justinian, ich wollte nicht zum Lauscher werden, allein ich fand keinen Ausweg. Dann aber vernahm ich Deinen geliebten Namen und mein Fuß war wie festgewurzelt an der Stelle, doch was sie sprachen, o Herrin!" — und ein Schauder rüttelte seinen Leib — „was sie sprachen, ließ mir das Blut erstarren in den Adern! Nein! Nein! Es ist

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