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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 193

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Est deus in nobis!
Date
1904-01-01
Page
Seite 193 (sequence 5)
Language
German
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193 „Die guten Leute ließen Dich allein?" unterbrach sie zornig auffahrend die Kaiserin. „O verzeih, aber ich habe heute meinen Geburtstag, und da wollte ich die Spiele sehen, sie aber gehen nicht mit . . . „Weshalb?" unterbrach sie barschen Tones die Kaiserin. „Sie meinen, es sei sündhaft: der Kampf der wilden Tiere und der Menschen . . . ." „Ha, ha, ha!" lachte die Fürstin, „sie meinen, der Kampf der Menschen untereinander sei nicht sündhaft." „Es sind Juden!" kam es zaghaft nus dem Munde der Kleinen. „Und Du bist auch eine Jüdin?" fragte die Kaiserin, erschrocken zurückweichend. „Nein, bei Jesus schwöre ich Dir's, ich bin getauft ..." „Gut, ich glaube Dir," unterbrach, ungeduldig werdend, Theodora die Beteuerungen der Kleinen. „Was kümmert mich das Kind?" setzte sie achselzuckend hinzu, „zu lang schon habe ich mich hier aufgehalten und daheim winkt uns das Vergnügen! Gehen wir!" Da teilte sich die Menge, die sich in respektvoller Entfernung um die Kaiserin und ihre Damen geschart hatte, um einen rücksichtslos daherstürmenden jungen Manne Platz zu machen. „Seh' ich recht, erhabene Theodora," rief er im Tone höchster Erregung und seine Lippen berührten den Saum ihres schleppenden Gewandes, „die allerhöchste Kaiserin begibt sich in Gefahr, wagt ihr uns allen so teures Leben um eines Kindes willen . . . ." „Ja, ja," unterbrach lachend die Kaiserin die sprudelnd hervorgestürzten Worte des vornehmen jungen Mannes. „Es war kein Held zugegen, so mußte eben eine Heldin die Tat vollbringen." „Ja, wahrlich, heldenhaft ist Deine Tat,- o allergnädigste Kaiserin," rief im Tone leidenschaftlicher Bewunderung der junge Edelmann, „und die Welt, Dein ganzes Volk wird Dich dafür preisen." „Die Welt! Mein Volk? Als ob mich das viel kümmerte! Ich unternahm's ja doch, um diesem Volke zu 13

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