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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 125

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Aus den Memoiren eines römischen Ghetto-Jünglings
Date
1904-01-01
Page
Seite 125 (sequence 16)
Language
German
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125 die Bücher verlasse. Gonzago vollführte alles in korrektester Weise, wofür ihm von allen Seiten Applaus zu teil wurde. Dann verteilten die Freunde, die ihn begleitet, Handschuhe an die Aerzte und Tücher an die Umgebung derselben, Gonzago machte noch seine Reverenz vor einem jeden Arzte, und die feierliche Ceremonie war zu Ende. In Begleitung des Rabbiners Sonino begab sich Gonzago zu Wagen nach Hause, zuerst aber nach der Talmud Thora, um sich dort der versammelten Menge zu zeigen. Matt und müde trat er dann in das Haus der Eltern ein; aber bevor er noch etwas genoß, dankte er Gott für seinen Beistand, den er ihm bis zu Ende verliehen. Gonzago's Gebete sind sehr schön stylisiert, jedesmal musivisch aus Schriftstellen zusammengesetzt. Nachdem sich die Freude und die Aufregung gemildert hatten, und die Prosa des Lebens sich wieder geltend gemacht, überdachte Gonzago, was ihm das Doktorat gekostet. Sein Kredit hatte sich zwar gehoben, aber seine Schuldenlast war auch gestiegen! Außer den 60 Scudi wurden 7 Scudi und 4 Giulii ausgegeben für 18 Tücher und 72 Paar Handschuhe zur Verteilung; außerdem verschiedene Scudi an die Sekretäre, Pedelle und sonstigen Diener, im Ganzen 85 Scudi und 7 Guilii. Seinem alten christlichen Lehrer Antonio Volpei überreichte er als Geschenk eine goldene Kette im Werte von 2 Scudi, die der edle Greis aber zurückwies mit den schönen Worten: Behalte es zur Deckung der gehabten Kosten. Ich habe auf kein Geschenk gerechnet, als ich dir zur Erlangung des Doktorats behülflich war. Du kennst meine Liebe zu dir. Aber Gonzago drang in ihn, als äußeres Zeichen seines inneren Dänkgefühls es anzunehmen. Dann werden noch verschiedene Honorare und Geschenke verzeichnet, die erforderlich waren, sodaß im Ganzen 110 Scudi weniger 12**2 Bajochi draufgingen, außer den Kosten für die Kleidung. Gonzago war also genötigt, noch anderweitig Anleihen zu machen, bei einigen auf Unterpfand. Somit war das Doktorat erreicht am 17. Tischri, dem ersten Mittelfeiertage des Laubhüttenfestes, am Mittwoch, zwischen der 16. und 17. Stunde, also zwischen 10 und 1 Uhr Vormittags, das ist am 23. September 1717, im 25. Lebensjahre Gonzago's.

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