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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 105

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Die jüdische Staatsverfassung
Date
1904-01-01
Page
Seite 105 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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105 י Aristobul, Jonatan-Janai, Matatja-Antigonos. Hingegen tragen die Münzen aus der Königszeit Jonatans nur den Namen dieses Königs (hebräisch und griechisch). Es war unterdessen, nachdem die Macht der Hasmonäer eine Stärkung erfahren hatte, eine Beschränkung in den Rechten des Senats eingetreten. Dieses ״Olrtzdsr-üazsliuäim", dem wir auf den Münzen begegnen, wurde längere Zeit mißverstanden; die nicht vokalisierten Worte wurden sogar früher recht abenteuerlich gelesen. Jetzt steht die Lösung zweifellos fest; hingegen wird über die Bedeutung der Worte gestritten. Die meisten Forscher haben sich jedoch mit Recht für die Uebersetzung ״Senat der Juden" entschieden. Renan hat dafür einen Beleg in einer phönizischen Inschrift gefunden. Grätz (Geschichte III, 77, 4. Aufl.) erklärte sich für die Uebersetzung ״Jüdische Republik" (so auch Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes I, 269, 3. Ausl.), aber später (S. 821) wies er selbst richtig nach, daß darunter nur der Senat oder der hohe Rat zu verstehen ist. Die Bezeichnung חבר läßt auch nach der in der Mischna und im Talmud diesem Worte gegebenen Auffassung keinen andern Sinn als Magistrat, Stadtbehörde und Senat zu. (Ausführlich habe ich dies behandelt in der hebräischen Quartalsschrift, Beilage zum ״Haseman" I, 6—7.) Der hohe Rat bestand auch während der hasmonäischen Königszeit, doch muß er damals in seinen politischen Rechten eingeschränkt worden sein. Die letzten Hasmonäer hatten sich mit dem ehemaligen zadokitischen Adel verständigt, sie suchten nun aus den früheren demokratischen ׳Einrichtungen herauszukommen. Der aristokratisch rekonstruierte Rat, in dem der Adel die Mehrheit besaß, hieß seitdem ״Synhedrion". Der König war wohl zum Teil auch von dieser Körperschaft abhängig, aber da saßen zumeist Vertreter des alten und des neuen Adels, die zusammen die zadokitische Partei hießen; mit ihnen ließ sich schön gut auskommen. lieber die inneren Verhältnisse des Synhedrion wissen wir nicht viel; nach den Berichten im Talmud und bei Josephus bestand diese Körperschaft aus einundsiebzig Männern, d. h. außer dem Vorsitzenden waren noch siebzig Mitglieder. Im Talmud sind noch manche Einzelheiten vom Synhedrion

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