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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 75

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 75 (sequence 41)
Language
German
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75 Nachdem er in seiner Abhandlung über „Götzendienst" im elften Kapitel nach Bibel und Talmud die Verbote der Zauberei, der Zeichendeuterei, des Glaubens an Omina, an Besprechungen, an Totenbesragung u. s. w. auseinandergesetzt, schließt er mit folgenden für das Mittelalter wahrlich achtungswerten Worten ab: „Und diese Dinge sind sämmtlich Lug und Trug, mit denen die Götzendiener der Vorzeit die Völker der Erde in die Irre geleitet, um sich der Führung derselben zu bemächtigen. Es ziemt sich nicht für Israel, das aus verständigen Leuten besteht, sich von diesem Wahne anziehen und sich verführen zu lassen, daß diese Dinge irgendwie frommen. Es heißt ja: „Nicht ist Zauberei in Jakob und keine Wahrsagerei in Israel." Ferner: „Die Völker, die du austreibst, hören auf Zauberer und Weissager, nicht also ist dein Teil von Gott." Wer von diesen Dingen und ähnlichen glaubt, daß in ihnen etwas Wahres und Kluges steckt, nur daß es die Thora verboten, gehört zu den Toren und schwachköpfigen Leuten, wie Frauen und Kinder, denen es an voller Einsicht gebricht. Aber weise und voll ausgebildete Leute wissen es apodiktisch, daß all diese von der Thora verbotenen Dinge nichts Gescheidtes enthalten, sondern nichtig und eitel sind, so daß sich von ihnen nur des Wissens ermangelnde Leute anziehen lassen, die um ihretwegen die wahren Bahnen verlassen. Darum drückt sich auch die Thora, vor diesen nichtigen Dingen warnend, aus: „Ganz sollst du sein mit dem Ewigen deinem Gotte"! In dieser Beziehung hat aber Maimonides einen ebenbürtigen Vorgänger namentlich an Abenesra, der in seiner knappen Weise sagt: „Die hirnlosen Leute meinen, es müsse doch etwas daran sein (an der Zauberei), nur daß Gott sie verboten habe. Aber die Thora hat nirgends die Wahrheit verboten, sondern nur die Lüge." (Komm, zu 3. B. M. 19,3i) Leider haben aber nicht blos hirnlose Leute, sondern auch hochbegabte, so der ausgezeichnete Lehrer Nachmanides aus Gründen, die in seiner Richtung liegen und auf die wir noch zurückkommen, der Magie eine Art von Bedeutung zugetraut. War ja doch Abenesra selbst nicht frei von dem Glauben an Astrologie, während Maimonides auch in dieser Beziehung durch seine Unbefangenheit hervorragt (Hilch. Teschuba 5, 4). Eine Einschleppung des Aberglaubens selbst in die religiöse

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