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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 68

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 68 (sequence 34)
Language
German
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68 seine Rechte tritt, will er sich als einen Anhänger der strengen Naturgesetzlichkeit erklären, so sehr auch nach seiner Ueberzeugung Gott die ganze Natur jeden Augenblick verändern könnte. Wohlgefällig zitiert er auch, obwohl er der Ansicht nicht zustimmt, die Aeußerungen talmudischer Lehrer über die Wunder, weil diese Aeußerungen ein lobenswertes Bestreben bekunden, die Wunder selbst als eine Art Naturgesetz hinzustellen. Seine Worte in dieser Beziehung sind interessant und verdienen eine Wiedergabe: „In Wahrheit, die Lehrer haben sich über die Wunder in einer sehr seltsamen Weise vernehmen lassen in einer Stelle,, die Du in Bereschith Rabba und Koheleth Rabba findest. Aber der Gedanke, den sie haben ausdrücken wollen, ist folgender, daß die Wunder gleichfalls in gewisser Weise in der Natur begründet sind. Denn, sagen sie, als Gott dieses All schuf und in dasselbe gewisse natürliche Beschaffenheiten legte, legte er auch in diese Beschaffenheiten die Fähigkeit, alle die Wunder entstehen zu lassen, welche eingetreten sind in dem Momente, in dem sie eben einzutreten hatten. Das Zeichen (Wund erz eichen) des Propheten besteht nur darin, daß Gott ihn die Zeit wissen läßt, wo er ein solches Ereignis ankündigen und wo das Wunderbare geschehen soll, das gleich bei der Schöpfung in die Natur des Trägers dieses Geschehens ist gelegt worden. Und wie die Stelle das gemeint hat? Wie Du sehen wirst, so erweckt sie eine hohe Meinung von dem Verfasser dieses Ausspruchs und zeigt, wie schwer er sich zu der Einräumung entschloß, daß nach vollendetem Schöpfungswerke in der Natur etwas völlig Neues entstehen oder ein veränderter Willensakt Gottes das umändern sollte, was einmal durch göttlichen Willen so und nicht anders fixiert worden ist. Seine Meinung scheint zu sein, daß beispielsweise es in die Natur des Wassers gelegt worden sei, kontinuierlich zu sein und von oben nach unten zu fließen, mit Ausnahme in der Zeit, wo die Aegypter darin untergehen sollten,' damals allein sollte das Wasser sich spalten. So habe ich Dir den wahren Sinn der fraglichen Stelle bemerklich gemacht und daß sie der Annahme ausweichen will, als sei irgend etwas in der Natur neu entstanden. R. Jonathan sagt: Gott hat dem Meere (gleich bei der

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