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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 67

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 67 (sequence 33)
Language
German
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67 gehalten vor allem der Einwand, der Begriff des Aberglaubens sei von ihm nicht vorerst präzisiert worden, und zur Erklärung des Einwandes hinzugefügt: „Wunderglauben ist natürlich nicht eingeschlossen." (Steinschneider: Hamaskir, Juli 1881, Nr. 121—122, S. 15.) Ich glaube nicht, daß der Verewigte auf diesen Einwand bei seinem sehr konservativen religiösen Standpunkte die Antwort in dem Sinne gegeben haben würde, wie ich sie jetzt gebe. Aber darauf kommt es ja nicht an, sondern darauf, daß wir uns überhaupt über den Wunderglauben verständigen. Es scheint nahe zu liegen, die mittelalterlichen jüdischen Denker zu Rate zu ziehen, die ihren Scharfsinn am Wunderglauben geübt. Aber nur Weniges von dem, was sie geäußert, gewährt uns heute noch Befriedigung. Von Aben Esra's mystischer Erklärung (angeführt im Kommentar des Schemtob zu More, II, Kap. 29), daß es eine solche Verbindung des Prophetengeistes mit dem Gottesgeiste giebt, die den Propheten befähigt, Thaumaturg zu werden, können wir absehen. Er fügt zum Wunder noch ein Wunder hinzu, wenn er nicht Gott, sondern den Propheten zum Wundertäter macht. Ehrenwerter sind die Anstrengungen des Maimonides. Im Grunde erlaubten ihm seine Prinzipien, die Wunder zu statuiren. Er sagt ausdrücklich, daß die Anstrengungen, die er gemacht hat, um den Anhängern des Aristoteles, zu denen er selbst sich rechnet, zu zeigen, wie Aristoteles seinen Satz, die Welt bestehe von Ewigkeit her, durchaus nicht bewiesen habe, vor allem den Zweck gehabt, um nicht aus Gott statt eines freien Schöpfers ein in den Banden der Notwendigkeit einhergehendes Wesen zu machen und so die Religion an der Wurzel zu treffen, insofern dann die Wunder unmöglich seien (More, II., Kap. 25). Aber Maimonides ist bekanntlich ein nüchterner Mann, dem ein starker Wunderglauben gegen den Strich geht, und so bemüht er sich, die Wunder sowohl der Zahl, als auch der Dauer, als auch der Bedeutung nach abzuschwächen. Durch seine Behandlung zahlreicher Erzählungen der Schrift als innerer Vorgänge in der Seele der Menschen vermindert er die Zahl der Wunder. Durch seine Behauptung, daß jedes Wunder nur eine momentane Unterbrechung des Naturlaufs gewesen sei, der sofort wieder in 5*

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