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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 55

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 55 (sequence 21)
Language
German
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55 — Tod jeglichen Aberglaubens in der Welt, ist zugleich die Bedingung zu einem moralischen Verhältnis zur Gottheit. Das sind Sätze, für welche die heilige Schrift eine Beispielsammlung ohne Beispiel bietet. Wie ernst wird gemacht mit dem Gedanken, daß Gott einzig ist. Ich gestehe, daß in jungen Jahren, wenn ich die Worte der Propheten las, in denen immer und immer wieder im Namen Gottes gesagt ist: „Ich bin es und gar kein Anderer," mir die Wendung wie eine der Erhabenheit Gottes nicht angemessene Ruhmredigkeit erschien. Nun, ich habe selbst mich dieser Meinung nicht zu rühmen. Es war ein Verkennen des Wunderbarsten in diesen prophetischen Manifesten. Stellen wir ein Paar solcher Sätze zusammen: 5. B- M. 32,39: „Seht nun, daß Ich, Ich es bin und kein Gott neben mir! Ich töte und mache lebendig, habe zerschlagen und heile wieder, und Niemand ist, der aus meiner Hand errette." Jes. 45,5—7: „Ich bin der Ewige und sonst Keiner, außer mir ist weiter kein Gott. Ich gürtete Dich, als Du mich noch nicht kanntest. Auf daß man erfahre von der Sonne Aufgang und vom Niedergang, daß Keiner ist, außer mir. Ich bin der Ewige und sonst Keiner, der Ich das Licht bilde und schaffe die Finsternis, der Ich Frieden mache und das Übel schaffe. Ich bin der Ewige, der solches alles tut." Daß solche Wendungen jeden Gedanken an noch vorhandene Götter, Dämonen, Kräfte, an die man sich wenden, deren Macht man zu scheuen hätte, die man begütigen müsse, zerstören, ist klar. Sie sind ja oft mit ausdrücklichen Worten gegen Wahrsagerei und Zauberspuk gerichtet: „Ich bin der Ewige, der alles macht, der den Himmel ausspannte allein, der die Erde ausbreitete, wer war mit mir? Der die Zeichen der Lügenredner zu nichte machte, und die Zauberer betört, der die Weisen rückwärts führt und ihr Wissen als töricht hinstellt." (Jes. 44,24.) Es gibt ja wohl keinen Kundigen, den nicht die Stellung der Propheten zu dem Aberglauben des gesamten Heidentums mit Bewunderung erfüllt; da wird nicht an Zauberer, nicht an Wahrsager, nicht an Zeichendeuter, nicht an Totenbeschwörer, nicht an Eingeweidebesichtiger geglaubt, da gibts

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