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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 46

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 46 (sequence 12)
Language
German
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46 gemischt und dadurch ungleich, mannigfaltig und allen Veränderungen unterworfen worden ist. Denn da nichts ohne Ursache entstehen, das Gute aber nicht Grund des Bösen werden kann, so muß das Böse wie das Gute einen besonder« Ursprung und eine besondere Entstehung haben. "*) Da es nun mindestens einen bösen Gott giebt, da er Dämonen als Vermittler zwischen Gott und Menschen annimmt, da diese Dämonen auch die Fähigkeit haben, schlecht zu sein, so kann die Reinheit der Plutarchischen Vorstellung von der über alles Irdische erhobenen Gottheit nicht den geringsten Schutz gewähren gegen den Aberglauben, die Deisidämonie. Warum sollte man die Dämonen nicht fürchten, da sie doch nicht blos schaden können — dies kann die Gottheit auch, wo es sich um gerechte Vergeltung handelt — sondern auch aus Zorn, Gunst und Neid ihre Geschäfte auf Erden schlecht verwalten können? Es ist auch nicht klar, wie die gute Gottheit Schutz gegen die Tücke der Dämonen soll gewähren können, wenn sie doch immer nur vermittelst der Dämonen mit der Welt verkehren? Es verlohnt sich kaum, die Gottheiten von all' dem Schimpflichen, das die Dichter ihnen angeheftet, zu purificieren, wenn doch ihre Diener, die Dämonen, an den Krankheiten leiden, an denen früher die Götter selbst gelitten hatten. Es ist klar: es kann ein gebildeter Geist und ein reines Gemüt, wie das des Plutarch, von den rohesten und kindischsten Formen des Aberglaubens sich abgestoßen fühlen, prinzipiell ist der Polytheismus die nie versiegende Quelle jeder Art von Aberglauben. So sehr ist der Polytheismus mit dem Aberglauben verknüpft, daß wir behaupten können, der Aberglaube habe seine systematische Begründung gerade durch die griechische Philosophie erlangt, welche auch bestrebt war, den Polytheismus mit dem philosophischen Denken vereinbar erscheinen zu lassen. Daß diese Behauptung noch weit mehr ins Licht gesetzt wird, wenn wir den letzten großen Ausläufer der griechischen Philosophie, den Neu-Platonismus, ins Auge fassen, ist *) Griechische Prosaiker in neuen Übersetzungen (Stuttgart 1830), 65. Bändchen.

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