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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 41

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 41 (sequence 7)
Language
German
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41 sie anstaunen werden, so zeigt uns der weitere Verlaus der Rede, daß die Bildlosigkeit Gottes es ist, die er als das unterscheidende Kriterium der von ihm gelehrten Religion hinstellt. Er mahnt sie, sich und ihre Seele vor dem Vergessen des Erlebten und Erlernten zu wahren (Vers 9). Er mahnt sie an den Sinai und die dortigen Geschehnisse, daß sie dort Wohl eine Stimme hörten, aber eine Gestalt nicht sahen (Vers 12). Er kommt Vers 15 noch einmal darauf zurück, daß sie ihre Seele wahren mögen, bedenkend, daß sie am Sinai keine Gestalt sahen, als Gott aus dem Feuer redete, und fährt dann Vers 16 fort: „daß Ihr nicht ausartet und Euch irgend ein Götzenbild machet" usw. Dieses Bestehen des Gesetzgebers nicht blos auf den einzigen Gott, sondern auch aus die völlige Undarstellbarkeit dieses Gottes in irgend einem Bilde, auf sein Weggehobensein über die sichtbaren Naturdinge, deren Aufzählung zugleich eine Kritik des ganzen in der Welt vorhandenen heidnischen Kultus ist („Bild eines Mannes oder eines Weibes, eines Tieres auf der Erde, eines Vogels, eines Gewürms, eines Wassertieres, oder Anbetung von Sonne, Mond und Sterne, des ganzen Himmelsheeres"), beweist am besten, daß er mit vollem Bewußtsein sich zu einer Höhe her Gottesvorstellung erhoben, die das ganze übrige Altertum nicht erreicht und zu der die Menschen sich noch heute hinaufzuläutern hätten, wenn sie die Gottesgabe des Glaubens sreihalten wollten von der schlimmen menschlichen Zutat, dem Aberglauben. Es erwachsen uns hier freilich eine Anzahl von Fragen, die zu erledigen sind. Erstens die schwierigste von allen: Was ist Glaube, was ist Aberglaube? Zweitens: Sind denn im Mosaismus nicht auch abergläubische Momente vorhanden? Drittens: Wollen wir denn allen übrigen Religionen des Altertums die monotheistische Tendenz absprechen? Wir versuchen, diese Fragen zu beantworten. III. Einige Vorbemerkungen. Was Aberglauben ist, ist nicht leicht zu sagen, und, so viel Wertvolles auch über den Aberglauben geschrieben ist, man wird nicht leicht auf eine befriedigende Definition stoßen. Der Grund, warum das so ist, liegt nicht blos in der

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