Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
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28 Talmudisches, von I. Wiernikowski über die rabbinische Auffassung des Buches Hiob in den ersten nachchristlichen fünf Jahrhunderten, von I. Halevy, über verschiedene Pseudepigraphen, die sich bei den Fallaschas erhalten haben, von W. Rosenau über Hebraismen in der Bibelübersetzung, von I. Elbogen über die Geschichte des Achtzehngebets u. a. m. Ein pseudonymes Lexikon hebräischer Autoren, das den Lesern der neuhebräischen Litteratur gute Dienste leisten wird, hat M. Sablatzki zusammengestellt. Den Versuch, eine Litteraturgeschichte der neuhebräischen Dichtungen zu schreiben, hat N. Sloutzsch in französischer Sprache mit Geist und Geschick unternommen. Und nun bleibt mir nur noch das wichtigste Werk der gesamten Forschung dieses Jahres zu erwähnen übrig. Es ist wieder von unserem mit schier unvergänglicher Jugendfrische arbeitenden Moritz Steinschneider, der nun am Abend seines, mit wissenschaftlichen Erfolgen reich gesegneten Lebens, die Früchte einer weitverzweigten, ja fast unübersehbaren Tätigkeit in großen Werken einsammelt. Sein letztes Buch: Die arabische Litteratur der Juden, gruppiert das ungeheure Material, das er sechzig Jahre lang hauptsächlich aus handschriftlichen Quellen gesammelt hat, in wunderbar systematischer Weise. Voran geht eine geradezu klassische Einleitung, welche wichtige Ausblicke nach verschiedenen Seiten hin eröffnet und kulturhistorische Fragen erörtert, die nicht nur für die Kenner des Arabischen von hohem Interesse sind. Was Steinschneider beabsichtigt, hat er in der Einleitung genau gesagt: eine möglichst vollständige Zusammenstellung der Schriften in arabischer Sprache, deren Verfasser als Jude geboren war, mit vollständiger Angabe der etwaigen Drucke oder Manuskripte des ganzen Werkes oder eines Fragments, einer Übersetzung in irgend einer Sprache. Zwcihundcrtundfünfzig Autoren werden uns so chronologisch, biographisch der Reihe nach aufgeführt; jedem Artikel sind unter besonderer Rubrik sämtliche Quellen beigegebeu. Es ist das ohne Zweifel die erste umfassende Bibliographie des ganzen Litteratnrkreises. Mit Bewunderung erfüllt uns der Greis, der mit jugendlichem Feuer schafft und arbeitet. Moritz Steinschneider stellt sich durch dieses Werk in die Reihe der Männer, die