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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 29

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1904-01-01
Page
Seite 29 (sequence 13)
Language
German
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29 wie Mommsen, Ranke u. a. uns zeigen, daß die Wissenschaft kein Alter kennt. Und kaum ist diese Arbeit vollendet, so hören wir von einer neuen, der der greise Gelehrte sich mit vollem Eifer hingibt. Er will uns nun die Geschichtslitteratur der Juden vorführen und dadurch eine Beitrag von höchster Wichtigkeit zur durchaus vernachlässigten Quellenkunde der jüdischen Geschichte liefern. Ja, wenn nnr die Quellenkunde vernachlässigt wäre und nicht die Geschichte selbst! Leider haben wir aber gerade darüber Klage zu führen. Unsere historische Litteratnr ist arg vernachlässigt. Wir erhalten jedes Jahr so und so viele Spezialbeitrüge, aber die allgemeine Geschichte und die pragmatische Auffassung tritt immer mehr und mehr in den Hintergrund. Das ist mehr als bedauerlich; nicht als ob ich diese Spezialstudien für wenig verdienstvoll hielte, aber sie reichen doch nicht aus, um das Interesse für unsere Geschichte in weite Kreise zu tragen. Eine einzige Schrift, die dieses Interesse wecken und fördern könnte, die von G. Liebe über das Judentum in der deutschen Vergangenheit, ist leider parteiisch gehalten und ohne Kenntnis der jüdischen Quellen. Ein deutscher Historiker sollte es einmal wagen, eine römische Geschichte ohne Kenntnis der lateinischen Sprache zll schreiben. Eine historische Schrift über die Entstehung des Judentums von S. Lublinski steht aus durchaus radikalem Standpunkt und versucht, die Märx'sche Geschichtsauffassung auch auf dieses Gebiet zu übertragen. Die geschichts-philosophifche Darstellung von S. Dubnow ist ins Englische übersetzt worden und hat auch in Amerika viele Leser gesunden. Zu den Regesten des zu früh verstorbenen Arouius ist nunmehr die lang erwartetete Schlnßliefernng mit Register erfolgt, die das Buch erst für die wissenschaftliche Benutzung brauchbar macht. Von Einzeldarstellungen erwähne ich kurz die treffliche Arbeit von Salfeld: Bilder aus dsr Vergangenheit der jüdischen Gemeinde in Mainz, ferner die gut geschriebene Geschichte der Inden in Potsdam von R. Kälter, die Geschichte der Juden in Pinne von L. Lewin, die Arbeit über die Grabsteine des jüdischen Friedhofs in Altona von Duckes, die Notizen über die Juden in Einbeck von Feise, die Geschichte der Juden in Bromberg von

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