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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 25

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1904-01-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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25 bisher nicht beachtet worden. Wir besitzen ja auch für die in Betracht kommenden Religionen außer für das Judentum keine gleichzeitigen authentischen Quellen. Die Tendenz der Sache ist ganz klar; es handelt sich um den Nachweis, bestimmte Punkte im neuen Testament, welche jüdischer Herkunft seien, noch höher hinaufzurücken. Man muß gestehen, daß der Nachweis Gunkel's an einigen Beispielen, wie z. B. an der Lehre von der Auferstehung u. a. sehr geschickt ist. Aber trotz alledem können wir uns nicht zu der Überzeugung entschließen, daß das Judentum jener Zeit geradezu eine synkrctistische Religion genannt werden dürfe, wobei freilich selbst Gunkel sich bereit findet zuzugestehen, „daß die hohen religiösen und sittlichen Gedanken, die sich bei den israelitischen Propheten mit dieser Eschatologie verbinden und durch die diese erst ihren eigentlichen Wert erhält, nicht mit gu dem übernommenen Material gehören, sondern spezifisch israelitischer Herkunft sind." Damit könnten wir uns ja zufrieden geben, wenn wir nicht wüßten, wohin derartige Untersuchungen zielen. Das Merkwürdigste ist dabei die Tatsache, daß die Ürsprungsreligion jener Vorstellungen bis heute noch nicht gefunden ist. Gleichwohl ist für den ganzen Forscherkreis von Bonsset bis Gunkel das Judentum nur „die Retorte", in welcher die verschiedenen Elemente. gesammelt wurden. Eine sehr scharfe und treffende Antwort hat übrigens I. Baumann auf die mehr als leichtfertige Beurteilung der Pharisäer durch Harnack in seiner, seltsamerweise bisher unbeachtet gebliebenen, schon im Jahre 1901 erschienen Schrift: Neuchristentum und reale Religion, gegeben. So lang die christlichen Forscher sich nicht dazu entschließen oder nicht dazu gelangen, die jüdischen Quellen jener Zeit, vor allem das Gebiet des Talmud und Midrasch selbst zu studieren und objektiv zu prüfen, so lang werden sie auch zu positiven Resultaten nicht kommen. Von jüdischer Seite geschieht ja jetzt genug, um ihnen dieses Studium zu erleichtern. Aber freilich, dem Vorurteil wird die wahre Erkenntnis dieses eigenartigen Gebietes nie zuteil werden. In einem Vortrag des Pastors P. Ficbig: Talmud und Theologie, wird den jungen christlichen Theologen das Studium des Talmud warm ans Herz gelegt, freilich von

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