Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
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19 geführt worden. Die Schrift von I. Barth gegen Delitzsch ist selbst von christlicher Seite als eine der besten Erwiderungen unbedingt anerkannt worden, aber außerdem haben noch teils in streng wissenschaftlichen, teils in populären Arbeiten I. Oppert, D. H. Müller, N. Porges, B. Jacob, D. Leimdörfer, W. Münz, L. A. Rosenthal, M. A. Klausner, Leop. Goldschmied, S. Meyer u. v. a. sich an diesem Kampfe beteiligt. Die zum Teil ausgezeichneten Gegenschriften von Budde, Hommcl, Gunkel, Oettli, Jensen, König, Jeremias, Bezold, Zimmern wirkten nicht weniger aufklärend und luftreinigend. Von besonderer Bedeutung ist die große Arbeit D. H. Müllers über die Gesetzgebung von Hammurabi und Moses, die in strengwissenschaftlicher Untersuchung zu dem Endergebnis gelangt, daß die mosaische Gesetzgebung aus den Gesetzen des Hammurabi nicht geschöpft haben könne, sondern daß beide aus einem gemeinsamen Urgesctz geschöpft haben müssen, das in seiner Fassung, Gruppierung und Reihenfolge dem mosaischen Gesetz näher stand als dem Hammurabis. Im allgemeinen möchte ich die Schrift von K. Budde: Was soll die Gemeinde aus dem Streit um Bibel und Babel lernen? sowie den Vortrag von C. Bezold: Die babylonisch-assyrischen Krcilinschriften und ihre Bedeutung für das alte Testament allen Lesern zur Orientierung auf das Angelegentlichste empfehlen: namentlich in der zweiten Schrift wird die Frage, welche Bedeutung die neuen Funde für die Bibelexegese haben, in so lichtvoller und klarer Weise beantwortet, daß jeder auch ohne alle Voraussetzungen der Beantwortung folgen kann. Hammurabi ist nicht Amraphel, Sinear ist nicht Schamcr. Die Zeit des Abraham wird durch die Keilinschriften noch nicht aufgehellt, der altisraelitische Gottesname läßt sich in denselben absolut nicht strikt Nachweisen. Der Versuch, Israel den Alleinbesitz des Monotheismus streitig zu machen, ist durchaus mißglückt; die Bemühungen, den Weltschöpsungsbericht, die Erzählungen vom Paradiese, von der Sündflut und anderes auf babylonische Quellen zurückzuführen, haben sich in Nichts aufgelöst; ebenso wenig ist es bis jetzt gelungen, die alttestamentliche Sabbalfeier aus dem Babylonischen zu erklären, oder 2*