Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Bücher in die Öffentlichkeit bringen können. Sie werden es nicht mehr nötig haben, nmsonst zu arbeiten nnd womöglich noch die Drnckkosten zu bezahlen, um dann später mit ihren Werken, der Frucht jahrelanger mühevoller Arbeit, hausieren zu gehen; mit einem Wort, die Schnorrerlitteratur wird aufhören. Daneben aber werden große Pläne und Unternehmungen, die bisher nur in der Luft schwebten und die doch so notwendig wie nur möglich sind, reale Gestalt annehmen und in würdiger Weise verwirklicht werden können. Der Zweifel, ob wir unter uns noch Männer haben, die geeignet sind, unsere Wissenschaft zu fördern und fortzuentwickeln, wird sehr bald der srcndigen Erkenntnis weichen, daß Israel auch heute noch nicht verwaist sei. Gebt unseren Gelehrten nur Luft und Sonne und ihr werdet sehen, wie sich unsere Wissenschaft entwickeln wird! Allein schon diese Aussicht muß alle, denen die Zukunft des Judentums am Herzen liegt, dazu bewegen, ihre Teilnahme dem neuen Unternehmen in vollem Maße zuzuwenden. Die Großgemeinden Deutschlands und Österreichs haben dies bereits getan. Es fehlen nur noch die Mäccne. Nun hoffentlich werden sich auch diese finden, je mehr die Erkenntnis in alle Kreise dringt, daß die Wissenschaft allein im Stande ist, uns die Achtung der Völker zu erringen, nach der wir uns sehnen und die wir unter allen Umständen uns erobern müssen. Gerade die wissenschaftlichen Ereignisse der letzten Jahre sollten die Großen in Israel darüber belehren, wie thöricht es sei, kühl und achtlos an der Wissenschaft des Judentums vorüber zu gehen, um wie viel höher aber das Ansehen der Juden in der Kultnrwelt steigen möchte, wenn der Wissenschaft des Judentums große materielle Mittel zur Verfügung gestellt würden, um alle Angriffe auf das Judentum wirksam zu widerlegen, und sich an allen Forschungen auf dem Gebiete der biblischen Wissenschaften zu beteiligen. Soweit dies die Angriffe betrifft, die von verschiedenen Gesichtspunkten aus zwei Männer wie Adolf Harnack und Friedrich Delitzsch gegen die Religion des Judentums gerichtet haben, ist die Verteidigung von Seiten unserer Wissenschaft auch jetzt schon ohne jede Förderung durch irgend welche Mäccne bereits in ebenso kräftiger wie würdiger Weise