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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 206

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Simon Eichelkatz
Date
1903-01-01
Page
Seite 206 (sequence 49)
Language
German
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IRI
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206 voriges Jahr gestorben ist, pflegte immer zu sagen: wenn Krakauer in Schul kommt, den Kopp so hoch, als wollte er an den Mögen Dovid anstoßen und die Brust so breit, daß er darauf könnte die al cheths . . . kloppen, zitterte die ganze KHUe, weil er so vornehm is, und Treifes ißt und die Leit behandelt von oben herab ... er hat recht gehabt . . . Marek war ein gescheidter Mann, und mehr noch als die Khille, haben nebbich die gezittert, die von ihm abhingen. Nur zwei nicht. Der Rabbiner Doktor Merzbach, der eine zu vornehme Natur war, und noch weniger, die „stolze Rebbezin", die ihn öffentlich als einen „Parvenü" bezeichnet hatte, und seinen Gruß so herablassend erwiderte, daß Doktor Krakauer, mit Respekt zu melden, immer auf die andere Seite ging, wenn er sie ankommen sah. Dafür hatte er aber auch nichts unterlassen, was möglich war, den Rabbiner zu schädigen und zu kränken. Seine Rachsucht war unerhört und je mehr er bemüht war, sie nach außen zu verheimlichen, desto mehr wühlte sie in seinem ordinären Herzen, und wo er dem Dr. Merzbach etwas anthun konnte, that er es. Wer ihn so sah, den großen, starken, breitschultrigen Mann mit dem verbindlichen Lächeln, den feinen Herrn mit den höflichen Manieren, der hätte nicht gedacht, was für eine schwarze Seele sich dahinter versteckt- Nu, sein Zahltag ist auch gekommen. Vor der Hand aber war er immer einflußreicher geworden und hat auch eine sehr gute Praxis gehabt, was ihm nachher der Herr Sanitätsrat Ehrlich hat ein bischen abgenommen. Es soll Keinem angehn, was die zwei sich gewünscht haben . . . aber vor der Welt immer die besten Freunde und in einem stimmten sie immer überein, die Anderen zu chikanieren und zu verletzen, die unter ihrem Regiment standen. Nebbich, die Kultusbeamten, zu Buß gesagt! Der Herr Sanitätsrat Ehrlich war nämlich auch Repräsentantenvorsteher und länger als dreißig Jahre herrschten sie in der Gemeinde. Das erste Stückel, daß sie Dr. Merzbach spielten, war bei der Synagogeneinweihung. Ich hab's Ihnen, glaub' ich, schon erzählt, Herr Kreisphysikus. Der Bau der neuen Synagoge ist nur durch den Rabbiner möglich geworden. Wer hätt' etwas gegeben auf den Herrn Dr. Krakauer

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