Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3111067-3111078-3112170--1611-3112314- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
131 nicht zu lesen bekomme, die von Zunz 1 *ז״ל) reden: Hiermit schließe ich den mageren Brief, von Ihnen bald einen fetten erwartend an den Ihnen achtungsvoll ergebenen Berlin, 27. December 1878. Zunz. 63. Kaufmann an Zunz. Zunz notirt am Rande: beantw. am 27. Januar. Bpest, 30. Dezember 1878. Vor Allem will ich dem heißen Wunsch Ausdruck geben, daß es mir vergönnt sein möge, Briefe von Ihnen zu erhalten, die aus gesünderer Verfassung und froherer Stimmung heraus geschrieben würden, als es der letzte war. Ihre Trauer hat mich mit tiefem Schmerze erfüllt. Doch, da Sie mir selber den Weg weisen. Sie zu häufigeren, weniger düsteren Mittheilungen zu bewegen, so will ich weiter den Muth nicht verlieren und Sie mit Fragen be- Helligen. Sie sprechen an mehreren Stellen von dem Psalter M. CH. Luzzatto's, den in Prag ein altes Weib bewahrt2). Der Name desselben wird von Ihnen nicht angegeben, da ich jedoch erfahren habe, daß der Drache 3), wie Sie sagen, Frau Zappert hieß, in Prag jedoch von dieser Thatsache nichts mehr bekannt zu sein scheint, so bitte ich Sie, hochverehrter Herr Doctor, mit Ihren Erinnerungen oder Aufzeichnungen mir nachzuhelfen und über die Besitzerin der Handschrift und deren Geschichte, wenn möglich. Näheres mitzutheilen. Ich sprach in meinem letzten Brief von D. Cassel's Handbuch4) der jüdischen Geschichte (Brockhaus 1878), wo Ihnen und Rapoport ein Kapitel gewidmet ist. Um Ihnen einen Vorschmack der Artikel zu verschaffen, die, wie Sie sagen, einst erscheinen werden, will ich Ihnen den angekündigten Brief S. Sachsens schicken, der, wie Sie sehen werden, heute schon klar weiß, was der Name: Leopold Zunz bedeutet und mit dieser Wissenschaff nicht vereinzelt dasteht. Wenn er trotz meiner wiederholten Bemühungen das Fragment des Günzburg'schen Katalogs Ihnen noch immer nicht geschickt hat, so kann dies nur in seiner schweren Krankheit den Grund haben. Leider habe ich den Mann während meines Aufenthaltes in Paris nicht persönlich kennen gelernt; Sie würden die Bogen sonst längst erhalten haben. Ich glaube Ihnen mitgetheilt zu haben, daß Herzbergs Stellung in Jaffa unsicher, vielleicht gar unhaltbar geworden ist. Der Mann 1) seel. Andenkens. 2) z. V. Monatstage, S. 26: ״ein Cherub in Gestalt einer Witwe". 3) Den ״Drachen" finde ich im Augenblick nicht. 4) ״Lehrbuch" ist vielmehr gemeint. 9*