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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 130

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
Date
1903-01-01
Page
Seite 130 (sequence 11)
Language
German
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130 handelt 1). Diesen Vorwurf halte ich jedoch nicht für gerechtfertigt. Haben Sie Lebrecht über Mendelssohn erhalten? Ich werde in diesem Jahre kein Programm zu schreiben haben und arbeite darum ruhig an meinen Vorlesungen, in der Geschichte über den Nagid, in der Religionsphilosophie über Abraham Jbn Daud. In Berliners ID 1 2אוצר) habe ich das Trostschreiben Chananels veröffentlicht, von dem ich Ihnen bereits berichtete. Ist es nicht sonderbar, daß der Nagid nicht den Ehrgeiz gehabt haben sollte, Piutirn zu dichten? Sie haben ihm in der L. G. kein Stück sicher zuerkannt 3 *). Ich arbeite viel und angestrengt. Nur selten verbringe ich einen Abend außer dem Hause. Jüngst ist mir bei einer Freundin Johann Jakoby's die Frage aufgestoßen, ob Sie mit diesem Manne, der jetzt in Königsberg so arg verunehrt wurde, in Berührung gekommen sind. Ich brauche jetzt meinen Collegen Bacher nicht mehr zu vertreten, da er seit 10 Tagen wieder hier ist und der König wohl nächstens seine Entlassung anordnen wird. Wie hat dieses unzeitige Frühlingswetter auf Ihre Gesundheit eingewirkt? Pflegen Sie noch regelmäßig den Linden treu zu sein. Wie gern wollte ich mündlich Ihre Antwort hören. Indessen erfreuen Sie jedoch wohl mit Ihren Zeilen Ihren Sie ewig verehrenden D. Kaufmann. 62. Zunz an Kaufmann. Daß Sie auf eine Anfrage von mir eine Antwort wünschen, ist für meine magere Correspondenz ein günstiger Umstand; sonst hätte ich nichts zu melden. In der allgemeinen deutschen Biographie Buchst. F. S. 268 u. f. sind von mir mehrere jüd. Autoren namens Fränkel kurz beschrieben. Was Sie über Cassel schreiben, ist mir nicht recht klar; ich weiß nicht, welches Buch und welchen Artikel Sie meinen: ich kenne von S. Cassels nur den vor zehn Jahren erschienenen Leitfaden. Vom 5המגיד) habe ich kein Blatt erhalten. Mit Joh. Jakoby habe ich nie in Verbindung gestanden, und ihn höchstens zwei oder dreimal gesehen. Ueber meine Gesundheit kann ich nichts berichten, da sie nicht vorhanden ist; der gebrechlich gewordene Körper und die freudenlose Seele werden schon für mein seliges Ende sorgen. Schade, daß ich die Artikel 1) A. a. O. S. 519. 2) OZar tob, Hebr. Anhang zu Berliners ״Magazin für die Wissenschaft des Judenthums". Vgl. Brann, a. a. O. Nr. 89. 3) Vgl. daielbst S. 186. 4j) Vermutlich nur ein Schreibfehler für D. (— David) Cassel. Der ״Leitfaden" erschien in der That 1868 zum ersten Male. 5) ״Hamagid".

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