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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 71

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Das altjüdische Schulwesen
Date
1903-01-01
Page
Seite 71 (sequence 24)
Language
German
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71 meinschastlichen Studien zu ihrem Lebensunterhalte benützen würden. Akiba aber verteilte das Geld an dürftige Bibel- und Mischnalehrer; und als ihn Tarphon nach dem Grundstücke fragte, zeigte er ihm die Beschenkten, die Urkunde über das so verwendete Geld aber sei bei David zu finden, in den Psalmworten:®*) „seine Wohlthat bleibt für die Ewigkeit."^) -— In einer Predigt aus dem vierten Jahrhundert heißt es'?b) Ein Junggeselle, der in einer Stadt wohnt und einen Beitrag zur Bezahlung der Bibel- und Mischnalehrer leistet, erfüllt damit eine Pflicht, die ihm eigentlich erst später obläge, wenn er selbst eine Familie gründen und Kinder zur Schule schicken würde. Auf ihn läßt sich das Wort Gottes aus dem Buche Hiob anwenden?ft „Wer mir in dieser Weise zuvorkommt, dem will ich es vergelten." Er soll zum Lohne Söhne bekommen, die des Unterrichtes teilhaftig werden. Als Muster edlen und selbstlosen Pflichteifers rühmte man in den babylonischen Lehrhäusern^) einen Schullehrer, dessen Gebet sich einmal wirksamer erwies, als ein von dem gefeiertesten Gelehrten seiner Zeit angeordnetes Fasten. Einmal kam nämlich Rab in eine Ortschaft, die unter anhaltender Dürre litt. Er veranstaltete einen Fastengottesdienst, jedoch der ersehnte Regen kam nicht. Als aber der Vorbeter hintrat und im Gebete die Worte sprach: „Der du wehen lassest den Wind," da begann der Wind zu wehen; und als er sortsetzte und die Worte sprach: „und Herabkommen lässest den Regen", da kam der Regen herab. Rab fragte den erfolgreichen Beter nach seiner Beschäftigung. Er antwortete: Ich bin Kinderlehrer und unterrichte die Kinder der Armen ebenso wie der Reichen; wer das Schulgeld nicht zu zahlen vermag, von dem nehme ich keine Bezahlung an; Kinder aber, die sich mutwillig dem Schulbesuche entziehen, locke ich durch Geschenke an mich und rede ihnen so lange zu, bis sie bereit sind, zu lernen. ky Ps. 112, 9. 85) Lev. r. c. 34 Ende; Pesikta r. c. 25 (126 b). Mass. Kalla. 8G) Tanchuma, Lev. r. c. 27, Pesikta 256. Hiob 41, 3. 88) Taanith 24 b.

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