Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111078-3112165--1519-3112227- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
44 Lazare, dessen Schrift nun auch in deutscher Übersetzung erschienen ist, einen wirksamen Verteidiger gefunden. Eine ganze Litteratur ist über die Juden in Algier entstanden. Ich erwähne nur die Schriften von Jacques Cohen, Georges Delahache, Georges B a u g e y und Erueste M e r c i e r. Das Beste über die dortigen Juden hat Louis D u r i e n geschrieben, das Beste gegen den Antisemitismus Leroy Beaulieu, wie immer so auch dieses Mal. 4- * * Darf ich hieran noch die Erwähnung einiger Publikationen knüpfen, die eigentlich in kein bestimmtes Gebiet gehören oder doch zum mindesten für sich allein keine besondere Abteilung bilden können, so möchte ich vor Allem das Buch von I. M- I u d t, Die Juden als physische Rasse nennen, das bisher „nur polnisch erschienen, demnächst aber auch in deutscher Übertragung vorliegen soll; ferner die Schrift von S. Engländer, Auffällige Krankheitserscheinungen bei den Juden und endlich das Buch von I. Siegfried, Jüdisches Leben im heutigen Jerusalem. Die Mitteilungen der Gesellschaft für Volkskunde in Hamburg verdienen ebenso wie die Publikationen der Geselschaft für jüdische Kunstdenkmäler in Frankfurt teilnahmsvolle Beachtung. In den letzteren begrüßen wir eine sehr interessante Abhandlung von I. Frauberger über Bau und Ausschmückung alter Synagogen. Das Material ist allerdings recht dürftig, aber auch aus verwehter Spreu kann man noch einen Kranz mit Ehren flechten. Frauberger hat dies gethan und damit den Weg für die Zukunft gewiesen. Allerdings kommt auch er zu dem Resultat, daß die Besonderheiten des Baustils für den jüdischen Kultus, die er aufzuführen und darzustellen in der Lage ist, nur einige wenige charakteristische Eigenschaften betreffen. Ein eigener Baustil etwa in dem Sinne wie der griechische oder gothische, der als ein jüdischer Baustil zu bezeichnen und von dem nachzuweisen wäre, daß er auf die Völker seiner Zeit einen gewissen Einfluß ausgeübt hätte, dürfte wohl kaum je äufzufinden sein. Aber es gab