Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 28)
- Language
- German
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42 sehr geschickt behandeln: Samuel © o r b o n, Strangers of the Gate, Martha Wolfen st ein, Idyls of the Gass, Hermann Bernstein, In the Gates of Israel. Den Preis möchte ich nicht blos aus Höflichkeit der Dame zuerkennen. Auf dem Gebiete der rein poetischen Produktion habe ich zunächst eine sehr schöne, auch äußerlich prächtig ausgestattete Gabe für das jüdische Hans von Max Albert Klausner: Die Gedichte der Bibel in freien poetischen Übertragungen hervorzuheben. Ich habe schon in einem früheren Bericht die meisterhafte Übersetzung des Hohen Liedes durch diesen Autor gerühmt und ich kann dieses Lob heute mit gutem Gewissen auf die anderen Übertragungen ausdehnen. Wir erhalten hier einen Blick in die biblische Vorzeit, die uns auf den höchsten Standpunkt der Betrachtung führt und zugleich mit dem heiligen Feuer der Begeisterung durchglüht. Welche Gedanken und Gefühle sind hier poetisch ausgedrückt, in welcher Innigkeit und mit welcher Farbenpracht! Die Übertragung ist eine treue, trotzdem aber auch schwungvoll, und hinterläßt eine poetische, sittliche und religiöse Befriedigung als Grundwirkung, welche diese Dichtungen in allen reinen, dem Höchsten frei zugeneigten Gemüthern Hervorrufen müssen. In das Reich der Jugend kehren wir wieder mit den Gedichten von Theodor Z l o c i st i: Vom Heimweg zurück. Zlocisti ist ohne Zweifel ein echter Poet und seine Verse werden bei allen, die mit ihm auf dem Heimweg sind, ein warmes Mitempfinden Hervorrufen. Es sind tiefere Töne, Akkorde des Judenschmerzes, nur durch die Aussicht auf die Zukunft und durch die Hoffnung auf das große Ziel gehoben. Auch die Verse und Knüttelreime von Israel Abraham sohn, die den seltsamen Titel „Islam" führen, obgleich sie eigentlich nur Judenlieder sind, gehören in dies Gebiet; phantastatische Scenen aus der biblischen Geschichte „Traumbilder" führt uns G. S y r k i n vor; sie sind von poetischer Kraft und in einem klassischen Hebräisch. Für die Jugend werden die Schriften von I. H irsch - b e r g , Hillel, von I. B, o n d i, Geld und Gut, sowie die jüdischen Sagen und Legenden von B. Kuttner eine will-