Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 25)
- Language
- German
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39 feit, Gelehrsamkeit, ein tiefes Eindringen in die Materie und ihren Werken litterarischen Wert abzusprechen. Außer drei kleinen Schriften von M. Joseph über die Sittenlehre des Judentums, von I. I e l s k i über das Wesen des Judentums und von A. K a m i n k a über die Lehre des Antigonos aus Socho (Wird das Gute belohnt?), haben wir auf diesem Gebiete nur ein Buch zu.erwähnen, das allerdings von großem positiven Wert ist, nämlich die Schrift von M. Güdemann, Das Judentum in seinen Grundzügen und auf rein geschichtlichen Grundlagen, ein Werk, welches sich den besten Erzeugnissen der neuern jüdischen Litteratur würdig anreiht und das in hohem Maße geeignet ist, belehrende Aufklärung über das Judentum nach außen zu verbreiten und Liebe und Begeisterung im Innern zu bewirken. Besser und erfreulicher sieht es in diesem Jahre mit der Polemik gegen die Angriffe auf das Judentum aus. Die Schrift von M. Schreiner: Die jüngsten Urteile über das Judentum ist eine Arbeit, - die weit über den Rahmen der Zeitpolemik hinaus wissenschaftliche Bedeutung hat. Schreiner hält eine strenge Abrechnung mit Harnack, Lagarde, Hartmann, Eduard Meyer, Chamberlain und anderen Antisemiten. Das Buch hat eine gediegene wissenschaftliche Grundlage und wird noch lange das Rüstzeug zur Bekämpfung judenfeindlicher Angriffe bleiben. Von den Schriften gegen Harnack ist die von Leo Bäck in zweiter und teilweise ergänzter Auflage erschienen, auch die von F. Perl es, die ursprünglich in der Jewish Quarterly Review veröffentlicht, ist ebenso vornehm und maßvoll wie sachlich und gediegen. Wahrhaft aufklärend wirkt die vortrefflicheArbeit vonH.Vögelst ein über die Anfänge des Talmuds und die Entstehung des Christentums. * * Auch die Predigt litt er atur dieses Jahres ist keine besonders ergiebige gewesen. Dabei muß man freilich ein Werk ausnehmen, welches auf der Grenze zwischen Homiletik und Wissenschaft steht, nämlich den ersten Band der gesammelten Schriften von Samson Raphael Hirsch. Wie man auch zu dem religiösen Standpunkt dieses Mannes