Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 17)
- Language
- German
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31 Hindernissen seines Weges rüstig weiter zieht. Er überwindet damit auch die Bedenken, die viele Einsichtige seiner Zeit gegen das Unternehmen erhoben haben. Auch von der italienischen Mischna-Übertragung Castiglioni's und von der deutschen von Baneth und Hoffmann sind wieder Lieserungen herausgekommen. Bacher und Schürer haben den längst ersehnten Index zu ihren Werken über die Haggada und über die Geschichte Israels im Zeitalter Christi erscheinen lassen. Einen Index zu dem in den bei den Talmuden und Midraschim befindlichen Haggadot (etwa 14000) hat A. Hyman herausgegeben; wertvolle Varianten zum palästinensischen Talmud hat D. Rainer ediert. M. W. Rappoport hat den zweiten Teil seiner vergleichenden kritischen Studie über das talmudische Recht erscheinen lassen. Eine gute Einführung in das Studium des Talmuds für Anfänger bietet I. Singer in seinem Hamadrich; den Midrasch Haggadol aus Jemen zur Genesis hat Sch echter, den Jalkut Machiri zu den Sprüchen L. Grünhut, den Midrasch Sechel Tob zum Exodus S. Bub er und das nach vielen Richtungen hin interessante und um seiner ethischen Weltanschauung willen besonders wichtige Seder Eliah Rabba und Zuta M. Fried mann herausgegeben. Einen verheißungsvollen Prospekt zur wissenschaftlichen Ausgabe des Midrasch-Rabba verdanken wir I. Theodor. Zwei sehr wertvolle Arbeiten zur einschlägigen Litteratur sind die von A. Büchler über das Synhedrion in Jerusalem und von I. Ziegler über die Königsgleichnisse des Midrasch. Die Vorstellungen von der obersten Religionsbehörde in Jerusalem erfahren durch Büchlers grundlegende Arbeit eine ganz neue Beleuchtung. Er weist nach, und zwar aus den talmudischen Quellen, daß die Behandlung, welche Männer wie Kuenen, Wellhausen und Schürer den jüdischen Nachrichten über das Synhedrion im jerusalemischen Tempel in ihren Werken von Auflage zu Auflage unverändert angedeihen lassen „nicht blos eine ungerechtfertigte, sondern auch eine unwissenschaftliche und vorurteilsvolle ist." Büchler schreibt diese Worte mit Bedauern, aber in voller Erwägung ihres Inhalts nieder. Es ist ihm nicht um die Verteidigung des talmudischen Schrifttums zu thun, sondern ausschließlich um