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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 17

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1903-01-01
Page
Seite 17 (sequence 3)
Language
German
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17 und Musik, am besten um Geschichte und Alterthumskunde. Es klingt gottseidank heute wie ein Anachronismus, wenn Znnz es damals beklagt, daß sich noch keine Fürsten gefunden haben, die „in Syrien und Babylon Ausgrabungen veranstalten lassen". Auch die wissenschaftliche Behandlung der Sprache ist in dieser Zeit weiter gediehen, wenn wir auch uoch keine systematische Geschichte der jüdischen Grammatik besitzen. Man sieht, wie nützlich ein solcher Ueberblick ist. Man lernt daraus, was wir erreicht haben und was wir noch erreichen müssen; ebenso wertvoll erscheint es deshalb die Klage zu hören, die Zunz damals angestimmt hat. Die Gleichgültigkeit gegen die jüdische Litteratur entspringt nach Zunz aus zwei Quellen: entweder herrscht sie gegen die Wissenschaft überhaupt und dann ist ihr nicht zu helfen oder gegen die jüdische allein „etwa aus der Meinung, daß sie nichts nütze — daß nichts Gescheutes darin wäre — daß man sich den Geschmack dabei verderbe — daß man es nicht weit darin bringen könne" — also taut comme chez nous. Aber wir müssen weiter wörtlich citieren, um die Uebereinstimmung recht drastisch hervortreten zu lassen: „Gewöhnlich artet solche neutrale Gleichgültigkeit in Verachtung aus, und es ist keine fremde Erscheinung, daß Gelehrte völlig Partei gegen unsere Wissenschaft nehmen. Hätten sie es doch nur immer gegen diese und nicht auch gegen ihre Urheber gethan. Aber, verwerflicher als jene Gleichgültigkeit, empörender als diese Verachtung ist die Parteilichkeit, mit der man häufig an dieses Studium ging, nicht aus Liebe, sondern aus Haß. Alles, was auch nur oberflächlich wie ein Zeugnis gegen die Inden und das Judenthum aussah, war ein willkommener Fund." Dies klingt ja fast, als ob Zunz manche Gelehrte und Erscheinungen unserer Tage vorgeahnt hätte und es ist tief ergreifend, wenn er nach dieser wehmütigen Betrachtung freudig ausruft: „Dank Dir, Gott der Ewigkeit, solche Zeiten sind vorüber!" Aber wie man nicht nur für das Gute, sondern nach talmudischer Ethik auch für das Böse„,Gott danken soll, so wird uns selbst dieser Ausruf des jungen Zunz nicht unverständlich bleiben, denn neben den parteiischen und bösen

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