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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 216

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Beim Patriarchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 216 (sequence 85)
Language
German
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216 „So was hgbe ich mir lange gewünscht . . . und wenn's Glück gut ist, kriegen wir noch 'ne Suppenterrine dazu." „Du bist ein Spötter, Josua. Warum sollte man übrigens kein Erinnerungszeichen an diesen Tag aufbcwahren?" „Aber doch nicht gerade silberne Gabeln und Messer. Das könnte wahrhaftig zu den ungeheuersten Complikationen führen", und, als käme ihm ein plötzlicher Gedanke, „weißt Du, Fanny, überlasse das mir. Was meinst Du, wenn ich diese silbernen Tafelgeräthschaften kaufte, so schön und kostbar, daß sie nach der Benutzung bei dem Feste für Rita's künftigen Haushalt bestimmt werden könnten. Es wäre doch hübsch, ein bei solchem Anlaß eingeweihtes Silber auf seinem Tisch zu haben. Was, Rita?" Diese war bei des Vaters Worten ganz bleich geworden. „Ach, Papa . . ." stammelte sie. Hugo's Augen ruhten unverwandt auf ihr. Sie fühlte seinen Blick und das jagte jäh das Blut in ihr blasses Antlitz zurück. „Na, Du brauchst bei diesem Gedanken nicht bald blaß und bald roth zu werden, Ritachen. Das Silbergeräth könnte ja vielleicht einen Bräutigam bedeuten, aber es zwingt Dich nicht, einen zu nehmen." Er amüsirtc sich über die Verwirrung und Verlegenheit seiner Tochter. „Uebrigens bist Du doch in dem Alter, wo man an so etwas denken kann. Trotzdem bin ich gern bereit, diesen Silberschatz in meinem Tresor so lange für Dich aufzubewahren, als es Dir beliebt." „Nein, weißt Du, Jo, mit Deinen Witzen kommen wir nicht zu Ende. Erst bin ich die Zielscheibe Deines Spottes, jetzt kommt Rita an die Reihe . . . aber Rita . . /' wendete sie sich an diese, „Du kennst Papa doch und weißt, daß er niemals vergnügter ist, als wenn er uns necken kann. Darüber brauchst Du nicht so verlegen zu sein. Du siehst wirklich so aus, als hättest Du uoch nie gehört, daß ein Mädchen von zwanzig Jahren einen Mann bekommt." Rita hatte, während die Mutter sprach, sich allmählig zu fassen gesucht.

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