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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 215

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Beim Patriarchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 215 (sequence 84)
Language
German
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215 müthigen Eingebung folgend, ihr jetzt wie^ etwas Selbstverständliches anbot unter dem Eindruck ihrer Worte. „Mit hunderttausend Mark Grundkapital etwa?" „Josua!" Tiefe Rührung bebte in ihrer Stimme. Hugo und Rita blickten verwundert auf. „O, Papa!" sagte sie leise wie in dankbarem Staunen, während Hugo den Vater mit Stolz betrachtete, als er so ohne langes Besinnen die große Summe feststellte und dann, als wäre dies nur so ein kleines, nebensächliches Intermezzo, hinzufügte: „Die Hauptsache bleibt, daß wir uns möglichst zahlreich in Rawitsch einfinden können und sicher sind, daß in Punkto Einquartirung für Alle bestens gesorgt ist. Folgt Referat über die Ernährungssrage. Frau Geheimrath Benas hat das Wort." Der heitere Ton, den er angeschlagen hatte, wirkte auch aus seine Frau ein. „Also in Punkto Ernährung. Ich schicke eine tüchtige jüdische Kochstau hin, die mit der rituellen Zubereitung der Speisen vertraut ist und die dort vorhandenen Kräfte unterstützen soll. Das Eßservice muß neu gekauft werden, ich besorge es ebenfalls hier und was zur Vervollständigung des Silberzeugs erforderlich ist." „Du richtest also eine komplette Pessachwirthschaft auf 60 Personen ein, wie ich sehe, und was geschieht nachher damit?" „Darüber habe ich wirklich noch nicht nachgedacht. Es wird Alles seine Verwerthung finden." „Ich bitte Dich, Fannychen, Jeder bekommt sein Besteck zur Erinnerung mit nach Hause." Sie brach in frohes Lachen aus, in das die Kinder einstimmten. „Wäre noch nicht so übel." „Und bei uns sehr lohnend, wir kommen dann mit vier Paar neuem Eßzeug zurück . . ." Mit einem nicht aufdringlichen Wohlgefühl streifte sein Auge das kostbare Silbergeräth des Theetisches, an dem sie saßen.

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