Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Beim Patriarchen
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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150 schastlicher Beziehung zu uns stehend mir vorstellt . . . ganz entfernt von Rabbi Elieser abstammend oder von Rabbi Mein, dessen Vater, ich komme dann immer aufs Nene zu der Ueberzeugung, daß alle Juden unter einander verwandt sind." „Das sind sie auch, Vater, in einer Stammesverwandtschaft, die sie durch die Jahrtausende rein erhalten hat und widerstandsfähig gemacht den Gefahren gegenüber, die ihnen von außen drohten. Durch Feuer und Schwert und alle Verfolgungen und Verhetzungen. Nur die Zersetzung im Innern könnte sie verwichten, wenn mau dem nicht Einhalt gebieten könnte oder — wollte." „Aber, lieber Hugo, verallgemeinern wir doch nicht immer, was uns ganz persönlich angeht. Es wird den Herrn Regierungsrath sicherlich interessiren, lieber Jo," wendete sie sich an ihren Mann, „zu sehen, wie Du bemüht warst, festzustellen, wie weit der Baum sich ausgedehnt hat, dem wir entstammen. Mein Mann hat vor zwei Jahren aus Anlaß unserer silbernen Hochzeit einen Stammbaum des Hauses Melr Friedländer anfertigen lassen." „Leicht war das nicht, Herr Geheimrath, und die künstlerische Ausführung hat Professor Zeidler sicherlich weniger Mühe gemacht, als die Herbeischaffung des Materials. Fast zwei Jahre hat ein junger Gelehrter, auch ein Kind unserer Heimath und entfernt verwandt, damit zugebracht, es zu sammeln." „Das kann ich mir wohl denken. Und ist es ihm gelungen, es vollzählig herbeizuschaffen?" „So weit es sich übersehen läßt, scheint es der Fall. Wollen Sie die Zeichnung sehen, Herr Negierungsrath?" „Ich bitte darum." Unwillkürlich hatte Rita sich erhoben. „Willst Du sie dem Herrn Regieruugsrath zeigen, liebes Kind?" „Sehr gern, Mama." Er folgte dem jungen Mädchen durch einen großem 'Prunksalon, in dem er beim Durchschreiten an den Wänden Originalgemälde berühmter Meister flüchtig wahrnahm, in das Zimmer der Mutter. Dort hing über einem Schränkchen