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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 147

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Beim Patriarchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 147 (sequence 16)
Language
German
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147 er, der älteste von Rabbi Eliesers Söhnen immer mit großem Eifer betrieben hatte. Er wird auch in der ganzen Gegend verehrt, als ob er selbst ein Rabbi wäre, würdig das geistige Erbe seines berühmten Vaters zu erhalten." „Diese verschiedenen Stadien des Familienlebens entgehen einem leicht, wenn man in ganz veränderte Lebenskreise kommt, aber sie interessiren mich lebhaft und ich bin Ihnen dankbar, daß Sie mir darüber Aufschluß geben. Die Familie muß bei der großen.Anzahl von Kindern, die unser Großvater hatte, sich ja sehr ausgedehnt haben. Die Nachkommenschaft muß eine sehr große sein. Kannten Sie, gnädige Frau, alle Geschwister Ihrer Frau Mutter?" „Die meisten, bis auf einen in London verstorbenen Onkel und Ihre Frau Mutter." „Sie war die jüngste von Rabbi Eliesers Kindern und starb jung. Ich, das einzige Kind meiner Eltern, hatte das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht. Durch die zweite Ehe meines Vaters wurden die Verwandtschaftsbeziehungen zunächst gelockert, und als wir später nach Süddeutschland übersiedelten geriethen wir aus jedem Zusammenhang. Von dieser Zeit an hörte ich kaum noch etwas von der Familie meiner Mutter, und als ich nach dem Abiturientenexamen das Haus meines Vaters verließe um in Heidelberg die Universität zu beziehen, hörte für mich überhaupt jede Familienzusammengehörigkeit auf. Mein Vater starb kurze Zeit nachher und da seine zweite Ehe kinderlos war, so stand ich ganz allein. Meine Stiefmutter war nach dem Trauerjahr zu ihrem Bruder nach Milwaukee gegangen, wo sie sich mit dem Syndikus der Stadt, vr. Sulzberger, wieder vermählt hat und in sehr glücklichen Verhältnissen lebt. Ich erzähle Ihnen das so eingehend, weil ich voraussetze, daß es für Sie, gnädige Frau, auch ein wenig Interesse haben könnte, etwas von den Lebensschicksalen eines nahen Verwandten zu hören, der sich so ganz unvermuthet Ihnen vorstellt, wenn dieser Verwandter auch nur ein Zweig des Stammes ist, den besondere Strömungen von ihm losgelöst haben." „Ganz gewiß, Herr Regierungsrath. Es ist sehr freundlich von Ihnen, daß Sie uns davon erzählen. Von Tante Goldine, Ihrer Frau Mutter, ist oft in meinem Elternhause 10*

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