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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 125

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung
Date
1901-01-01
Page
Seite 125 (sequence 7)
Language
German
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125 dem Banner gesehen wurde, mit welchem die Juden 1476 dem König Matthias Corvinus und seiner Gemahlin entgegenzogen*). Wir finden beide Zeichen neben einander in dem erwähnten arabischen Amulet im Papyrus Rainer; noch im 18. Jahrh. weiß ein arabischer Schriftsteller nach Steinschneider: (bei Hammer, Ltrgesch. d. Araber V, 1075) nicht anzugeben, aus welches von beiden Zeichen die Benennung „Siegel Salomos" zutrifft, sie werden in Deutschland unter dem Namen „Drudenfuß" zusammengefaßt. Erst Keppler bleibt es Vorbehalten, zwischen beiden Zeichen klar zu unterscheiden; P. ist ein mathematisches Gebilde, & ist es nicht. Doch ist, offenbar im Gegensatz zum Siegel Salomos, in älteren arabischen Quellen und ebenso bei Mai (Catal. mss. Uffenbach. p. 375) auch von einem sechseckigen Schild Salomos die Rede. Hier schimmert eine Unterscheidung des Xx und P. als Schild und Siegel Salomos durch, und damit ist zugleich eine Brücke zu dem Verstündniß der Bezeichnung „Dawidsschild" geschlagen. Die Juden hatten in ihrer Literatur wohl (in der Aschmedajsage) ein Siegel Salomos**), doch keinen Salomos- Schild. Hingegen kannten sie, was dem kriegerischen auch besser, als dem weisen .Könige anstand, einen Schild Dawids, und zwar in den Segenssprüchen hinter der Prophetenlektion (Haftara) nach der üblichen Lesart (vergl. Midrasch tehillim zu Psalm 18, 36: „Du gabst mir den Schild Deines Heils" und Pesachim 117b).***) Mitgewirkt hat wohl das schon in der jüdischen Agada sich deutlich kundgebende Streben, statt Salomos, den der Islam in den *) Bergt, das Bild von Jzso Kövess in Budapest. — Die Makkabäerdukaten mit dem 12 sind nicht jüdischen Ursprungs. AIS Curivsum sei erwähnt, daß man u. a. das nicht dem Könige Salomo, sondern einem von Paracelsus und anderen genannten Salomo Judaeus vindiziren wollte. ***) Magen Dawid ist auch als Büchertitel beliebt. — Die Chebra Kadischa in Johannisbnrg nennt sich „Gesellschaft zum rothen Mögen Dowid!"

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