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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 124

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung
Date
1901-01-01
Page
Seite 124 (sequence 6)
Language
German
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124 Rathhauses, auf den Siegeln der Gemeinden Prag, Kremsier, Niamtz (Rumänien), der Wiener Leopoldstadt und ferner auf Grabsteinen in Prag, Ofen u. s. w., auf Matsoth, auf Kultgeräthen, vor allem unzählige Male auf, an und in Synagogen. Die Gestalt des £2 war freilich den Juden schon weit früher, nur unter anderem Namen bekannt. Nach P. O. Wolf war bereits der Tempel Salomos nach dem System des & gebaut. Daß in dem, wie, nach Steinschneider, bisher bekannt, ältesten Beleg für das £x in der jüdischen Literatur, im Eschkol ha-kofer des Karäers (!) Jehuda hadassi (12. Jahrh.) dieses Zeichen vom Glossator im Sinne des Verfassers als „Dawidsschild" bezeichnet worden, ist zu bezweifeln. Ebenso wenig ist die Benennung der, übrigens auch chronologisch nicht bestimmbaren & int Sefer Raziel gewiß. Jedenfalls sagt Abraham Abulafia in feinem „Jmre schefer" (13. Jahrh. Ende) ausdrücklich, daß der hebräische Vocal Segol ('■') in feinen drei Punkten die Winkel des gleichseitigen Dreiecks V bezeichne, welches das halbe Siegel Salomos, also nicht Schild Dawids! bildet. Welche Bewandniß hat es mit diesem Siegel Salomos? Diese der arabischen wie christlichen Welt bis auf den heutigen Tag geläufige Bezeichnung begegnet uns zuerst in dem von Dietrich herausgegebenen Leydener jüdischen Zauberpapyrus (aus vorchristlicher Zeit). In der talmudischen Aschmedajsage (Gittin 68 b), deren Motiv in 1001 Nacht, in den Virgilsagen des Mittelalters, in der Geschichte neuester Erfindung „Der Dalles in der Butterbüchs" u. s. w. wiederkehrt, ist von Salomos Kette mit dem heiligen Namen und seinem Ring (Siegelring) die Rede. 1354 schreibt Karl IV. den Prager Juden eine rothe Fahne mit dem Dawidsschild und Salomos Siegel vor. Auch Jsak Lampronti (18. Jahrh.) stellt in seinem Compendium einen „Kescher" Salomos und den Dawidsschild zusammen. Die letzten beiden Stellen zeigen, daß man doch unter dem Siegel Salomos hier und da etwas anderes als den & verstanden hat. Es liegt nichts näher, als an das Pentagramm zu denken, welches sich deutlich auf dem Fries der uralten Synagoge zu Tell Hum findet und auf

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