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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 123

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung
Date
1901-01-01
Page
Seite 123 (sequence 5)
Language
German
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123 ältesten Zeiten (Josephus, Philo) selbst in jüdischen Kreisen als die Vertreter der sieben Planeten, aus denen das himmlische Feuer heilsam herniederleuchtet.*) Die mit O e l gespeiste Menora, welche übrigens durch die biblische Auffassung als B aum lebhaft an die verschiedenen Mythologien eigene Vorstellung von einem Weltenbaum sowie an die Bezeichnung „Arbores" für die siebenarmigen Kirchcnleuchter und den „Baum" der Kabbalisten lebhaft erinnert, bedürfte nicht erst der so häufig darunter angebrachten Inschrift Schalom „Friede", um als sichtbare Vermittlung zwischen Wasser und Feuer, den konträrsten Gegensätzen, als Zeichen des welterhaltenden und -tragenden Friedens erkannt zu werden. Nichts anderes, werden wir sehen, hat auch der Dawidsschild zu bedeuten. Die äußere Verbindung zwischen diesen beiden wichügsten Emblemen des Judenthums ist eine recht lockere. Die Siebenzahl (7X7), nach welcher der heilige Leuchter gegliedert war, legte die Beziehung auf den 67. Psalm nahe, welcher, abgesehen vom fünften, siechen Verse, außer der Ueberschrift 49 (7X7) Worte enthält und als „Leuchterpsalm" in der Omerzeit (7X7 Wochen), an manchen Orten täglich, gesagt wird. Dieser Psalm, heißt es, sei auf dem Schilde Dawids eingegraben gewesen. Wir finden ihn noch heute neben dem X auf Kultgeräthen, in Gebetbüchern, in Amuletten und vor allem auf dem bekannten und einst so beliebten Lesezeichen. Das Hexagramm (&) selbst begegnet uns unter dem Namen „Dawidsschild" nur in jüdischen Kreisen, und zwar verhältnißmäßig sehr spät. Codex Hamburg. 296 aus dem Jahre 1564 hat fol. 6 ein X mit der Inschrift: magen dawid; dies dürfte einer der ältesten sicheren Belege sein. In neuerer Zeit gilt es allgemein als das jüdische Symbol katexochen. Wir finden es auf der bekannten Fahne in der Altneuschul zu Prag, auf dem Thurm des dortigen jüdischen *) Bergt. Offenbar. Johannes 1, 11: 7 Sterne und 7 heilige Leuchter.

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