Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 121

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung
Date
1901-01-01
Page
Seite 121 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3111067-3111074-3111910--1070-3112044
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

121 (El-harakah auf dem Berge Garizim) nota bene auch des Nasenschmuckes (Nezem), sowie durch ihren Antheil an dem letzten Entscheidungskampfe ihre Zugehörigkeit zu Alt- Israel lebhaft bekunden, ob wir ferner in dem Buche Jona, als einer Allegorisirung der Geschicke Israels, und in der mit auffallender Sorgfalt durchgeführten Vergleichung Israels mit der Taube in den Commentaren zum Hohenliede (1, 15) Spuren einer solchen Anschauung z'u erblicken haben, ist mehr als zweifelhaft. Nicht sowohl die Taube, als vielmehr ihr Friedensgruß nach der Sintfluth, das Oelblatt, hat und behält bis auf den heutigen Tag unzweideutig symbolischen Sinn — zunächst in dem Bilde der Menora. Die Menora, der mit Oel gespeiste heilige Leuchter, ist in Wahrheit das älteste Symbol des Judenthums der Diaspora. Ja, sie erscheint in ausgesprochen symbolischer Bedeutung schon weit früher. Auf einer am Grund der Tempelmauer gefundenen Vase mit phönikischen (!) Götterbildern und Emblemen erkennt man deutlich, als spätere, die Vase gleichsam ihres heidnischen Charakters entkleidende jüdische Ausprägung, ringsherum eine Kette aus ungestielten, mit dem untersten der drei Arme einander zugekehrten Menoras (M, welche im Gegensatz zu der Schilderung des Leuchters bei Sacharia, mit dem durch den Leuchterschaft vertretenen siebenten Arm sich mehr der im Exodus anschließen. Dieselbe Form zeigen die Menoras auf der Fassade des Felsengrabes zu Tibneh. Die Menora auf dem Architrav der Synagoge zu Nebratein entspricht der Gestalt des zuerst von Juda Makkabi aus im Tempel Vorgefundenen'Lanzen neuhergestellten Leuchters, wie er aus dem Titusbogen zu sehen ist. Dieser Leuchter war mit den übrigen Tempelgeräthen, welche Titus erbeutet hatte, nach Rom gekommen. Er wurde nach Josephus im Tempel der Pax (!) aufgestellt, gerieth aber später nach einander in den Besitz Alarichs, der Vandalen und Belisars, der ihn nach Konstantinopel brachte. Wie die Sage geht, hat ihn Justinian, von den Juden an das Bei-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.