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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 81

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Jüdische Märtyrer im christlichen Kalender
Date
1901-01-01
Page
Seite 81 (sequence 12)
Language
German
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81 selben Grundlage, der mündlichen Ueberlieferung.^) Aber während diese Üeberliefernng im zweiten und dann im vierten Makkabäerbuche schon frühe litterarische Gestalt gewonnen hat und den geschichtlichen Zusammenhang der Märtyrer- Brüder mit den syrischen Verfolgungen beibehielt, gewöhnte man sich in den Schulen und Synagogen. Palästinas und Babyloniens daran, die Geschichte der Märtyrer mit den auf die Zerstörung Jerusalems und des Tempels bezüglichen Ueberlieferungen in Zusammenhang zu bringen. Zugleich mit diesen Ueberlieferungen wurde an den Trauertagen des Monats Ab in den Versammlungen Israels die Erzählung von dem Martyrium der sieben Brüder vernehmbar. Auch in der Judenschaft Antiochiens, die mit dem Mutterlande Palästina in engem Verkehr stand, wurde im Monat Ab das Gedächtniß der Märtyrer-Brüder lebendig; nur daß in Antiochien, als an dem Schauplatze des Martyriums, wohl auch Lokaltradition das Gedächtniß verstärkte und die Kenntniß des ursprünglichen geschichtlichen Hintergrundes des Martyriums der sieben Brüder nicht verloren ging. Als nachher bei den antiochenischen Christen, die znm Theile jüdischer Herkunft waren, unter der Wirkung der Makkabäerbücher sich die Ehrung des Gedächtnisses der Märtyrer-Brüder zu größerer Bedeutung erhob und sich an ihr ein dem Geiste der Kirche entsprechender Kultus entwickelte, da verband man diesen Kultus, gestützt auf den Gebrauch der Synagogen, mit dem Monate Ab; und so wurde der erste Ab, d. i. der erste Freudenthal's richtiger Annahme (Die Flavins Josephus beigelegte Schrift über die Herrschaft der Vernunft, S. 79), auf Grund einerälteren Quelle. Das II. Makkabäerbuch verhüllt den Selbstmord der Mutter in der kurzen Angabe (7, 41): Zuletzt nach den Söhnen fand auch die Mutter ihr Ende. Auf solcher gemeinsamen traditionellen Grundlage beruht die Angabe des Talmuds, daß die Mutter, nachdem ihre Söhne den Märtyrertod gestorben waren, freiwillig aus dem Leben geschieden sei, indem sie sich vom Dache herabstürzte. In Echa rabbathi wird, wie um den^ Selbstmord zu rechtfertigen, hiuzugefügt, daß die Frau iir ihrem schmerze wahnsinnig geworden sei. Die späteren Quellen (Pesikta rabbathi, Maasijoth) beseitigen den Selbstmord; nach ihren Söhnen wird auch die Mutter getödtet. Den Selbstmord der Mutter erwähnt aber auch das IV. Makkabäerbuch (17, 1) und zwar, nach 6

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