Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Jüdische Märtyrer im christlichen Kalender
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 8)
- Language
- German
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Alexandrien, äußert sich in einem Briefe des Jahres 404 auf folgende Weise: „Die Makkabäer werden in den christlichen Kirchen des ganzen Erdkreises mit Lobpreisungen verkündigt."^) Zugleich mit den sieben Märtyrer-Brüdern verehrte man auch ihre Mutter und nennt sie Macchabea (die Makkabäerin). In den syrischen Quellen heißt sie Schemüni, ursprünglich Aschmümth, was nichts anderes ist, als: Hasmonäerin, denn Makkabäer und Hasmonüer sind Benennungen derselben Familie?8) Bei den Gläubigen griechischer Zunge verwandelt sich der Name Schemüni zu einem wirklichen Eigennamen; die griechischen Quellen nennen die Mutter der Makkabäer Salomonen^) Die Legende nannte in ihrer weiteren Entwickelung auch die Brüder mit Namen.18) In einer Gestalt entlehnt die Legende die Namen den eigentlichen makkabüischen Brüdern, indem sie die makkabüischen Märtyrer mit den makkabäischen Helden in verwandtschaftlichem Zusammenhang bringt?8) Dasselbe Verfahren befolgte ein Dichter der Neu- 15) Rampolla, 301: Totiusque orbis in Ecclesiis Christi laudibus praedicantur. 16) Heber den Namen Schemnni und seine Varianten s. Rampolla, S. 304. Der Name ist bisher meines Wissens nicht erklärt worden. Seine ursprüngliche Gestalt, Aschmnnith, findet sich in dem arabischen Werke eines anonymen christlichen Autors, der auf Grund alter Quellen die Basilika der Makkabäer in Antiochien als die Kirche der heiligen Aschmnnith bezeichnet und von dieser sowie von ihren sieben Söhnen spricht (Rampolla, S. 319). Offenbar ist das Wort nichts anderes als das hebräische Chaschmonith, was mit Maceabaea gleichbedeutend ist. In Payne Smith's großem syrischen Wörterbuche (Col. 4213) finde ich, obgleich nur mit einem Beispiele, das Wort Schemunaja verzeichnet, das mit „Hasmonaeus" erklärt wird. 17) S. Rampolla, 304. Auch die Form Salomonis findet sich, die dem ursprünglichen Aschmunith näher steht. 18) Zwei solche Namenslisten in Acta Sanctorum, § 2. Griechisch bei Nilles, I. 230. io) Aus Bar Bahlnls Wörterbuche citirt Payne Smith (Col. 2147) eine Stelle folgenden Inhaltes: Der Vater der sieben makkabäischen Brüder und Mattathias waren Brüder. Nachdem jene den Märtyrertod erlitten hatten, fügten die fünf Söhne des Mattathias die Namen von Fünfen ihrer ruhmvoll gestorbenen Vettern als Beinamen zu ihren eigenen Namen; und das find die Beinamen, die wir im I. Buche der Makkabäer (2, 2) neben den Namen der Söhne des Mattathias verzeichnet finden.