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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 49

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Die Stellung der Semiten in der Weltgeschichte
Date
1901-01-01
Page
Seite 49 (sequence 4)
Language
German
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49 zählt, sondern zum chamitischen, da sie doch unzweifelhaft zum elfteren gehörten. Damit im Zusammenhänge aber steht die unverheimlichte Abneigung gegen die Söhne Chams, welche gerade gegen die Kananiter ihren höchsten Grad erreicht. Aber auch der Grund dieser Abneigung spricht sich entschieden ans; er liegt in der Unsittlichkeit Chams; wenigstens erschien dem Israeliten das religiöse Leben dieser Völker als ein Greuel. Im Gegenteil spricht sich eine ausfallende Vorliebe für die Söhne Japhets aus, wie wir sagen: für den indogermanischen Stamm. Zu den Japhetiden oder Jndogermanen rechnen wir erstlich in Asien die hellfarbigen Inder, die Perser, die Meder, die Armenier, die alten Phryger und einige andere Völker des alten Klein-Asiens, in Europa die Hellenen, die italischen Stämme, die Celten, die Germanen und die Slaven. Die Namen, die ich soeben ausführte, stimmen nur in zwei Punkten mit denen, welche unsere Urkunde nennt, überein, dies sind die Meder und die Hellenen. Die andern Namen der Urkunde verstehn wir nicht mehr; umgekehrt waren diesen die andern Völker, die wir zu den Jndogermanen zählen, noch ganz unbekannt. Die Urkunde hat einen Segen für Sem und einen Segen für Japhet: darin eben spricht sich die Vorliebe für Japhet im Gegensätze zu Cham so bedeutsam aus. Und woher mag diese stammen schon in jener alten Zeit, wo die Jndogermanen im der Geschichte noch garnicht hervorgetreten, noch ohne Kultur waren? Doch vielleicht, wie die Abneigung gegen - Cham aus der Unsittlichkeit desselben, so die Neigung zu den Söhnen Japhets ans ihrer damaligen schlichten Einfachheit und sittlichen Tüchtigkeit. Wenn aber der Takt, mit welchem die alte Urkunde die damals bekannten Völker in die drei Gruppen vertheilt, Anerkennung verdient, wenn die Vorliebe für Japhet beachtenswert ist, so muß der Inhalt des Segens, mit dem die beiden Stämme bedacht wurden, unsere volle Aufmerksamkeit erregen. Von Sem heißt es in aller Kürze: „Gelobt sei Gott, der Gott Sems", von Japhet mit einem unübersetzbaren Anklang an den Namen: „Gott mache weiten Raum dem Japhet, und er wohne in den Zelten Sems". In der That, wenn wir 4

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