Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 16)
- Language
- German
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32 Machiri zu den Psalmen. Die Ausgabe enthalt alle die Vorzüge wieder, die die früheren Editionen dieses Meisters der Midrasch-Litteratur auszeichnen. Die Einleitung ist von einem der besten Kenner dieses Gebiets mit Recht „als eine Leistung eminentester Art" bezeichnet worden. In den 31 Kapiteln derselben behandelt B. nahezu erschöpfend all das, was bei diesem Werke auch nur im Entferntesten in Frage kommen könnte. Hieran schließt sich eine ebenso seine und kritische Ausgabe des Tanna d'be Eliahu nach dem vatikanischen Manuskript von M. Friedmann, in der er alle Bedenken gegen das Alter und die Identität des genannten Werkes mit dem Seder Eliahu rabba auf Grund eingehender Prüfung zurückweist. Die Ansicht des gelehrten Verfassers, daß in der ganzen haggadischen Litteratur kein Werk diesem an philosophischer Schönheit, an ethischer Tiefe und Reichhaltigkeit, an Anregung zur Liebe der Thora wie des Volkes Israel gleich komme, wird wohl nicht überall Beifall finden. Am eifrigsten ist natürlich auch in diesem Jahre, wie schon aus den einleitenden Bemerkungen hervorgeht, das Fach der Literaturgeschichte angebaut worden. Das wäre ja sehr schön und ist ohne Zweifel sehr wichtig, wenn es nur irgend einem unserer Gelehrten endlich einmal gelänge, aus dem gelehrten Wust der Bücher, aus den zahllosen Bausteinen der Litteratur einen Funken lebendiger Ueberzeugung, einen Funken der Hoffnung, der Begeisterung und der Liebe in die Herzen der Verzagenden und Muthlosen zu werfen, daß er emporloderte in freien, fröhlichen Thaten und den erstorbenen Sinn für die Heiligthümer unserer Geschichte weckte! Auch die kleinste Arbeit, auch der geringste Beitrag zur Geschichte und Litteratur sollte uns willkommen sein, wenn er dem Gedanken irgendwie Ausdruck verliehe, daß ein geistiges Band alle diese Bestrebungen umschließen müsse, wenn er das Bewußtsein unserer Sendung, unserer Aufgabe in uns weckte, daß ein Jeder, der Große wie der Kleine, der Arme wie der Reiche, mit allen seinen Kräften, geistigen wie leiblichen, theoretischen wie praktischen, seiner Glaubensgemeinde verpflichtet sei, und daß es nicht besser werden könne in uns und um uns, weder in der Litteratur noch im Leben, bis die Gluth dieser gemeinsamen Ueberzeugung emporlodert in allen Herzen. Man