Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
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31 Mahnung bisher auf fruchtbaren Boden gefallen wäre. Es ist ja sehr schön, daß Amerika sich in seinem Streben, die jüdische Wissenschaft zu verbreiten und zu fördern, so selbständig gemacht hat, aber man sollte darüber doch nicht vergessen, daß Deutschland nun einmal das Mutterland der jüdischen Wissenschaft ist. Es wäre deshalb nur eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn die jüdischen Gelehrten in Amerika ihre Werke nach Dentschland zur Besprechung schickten. Vielleicht läge dies sogar mehr in ihrem eigenen als in unserm Interesse. M. Rawicz hat zu den früheren Uebertragungen einzelner Theile des Talmuds nunmehr auch die des Traktats Ketuboth hinzugefügt. Der Zweck dieser Uebersetzung ist, dem Leser ein getteues Bild von dem Inhalt des Textes zu geben, und dieser Zweck ist im Großen und Ganzen erreicht; völlig wird er sich wohl niemals erreichen lassen. Auch die vortreffliche Mischnah-Uebersetzung und Erklärung von Hoffmann und Petuchowski schreitet rüstig vorwärts. Eine lesenswerthe, populäre Schrift über den Talmud, die Wohl geeignet ist, die Vorurtheile gegen dieses Werk zu entkräften, hat S. Bernfeld geliefert; eine kritische Geschichte der Talmudübersetzungen aller Zeiten und Zungen verdanken wir dem nichtjüdischen Gelehrten Erich Bischofs. Die bibliographische Zusammenstellung ist eine ziemlich vollständige, die Kritik der Uebersetzungen aber läßt manches zu wünschen übrig. Eine Grammatik des Talmud hat in englischer Sprache C. Levias herausgegeben, während Samuel Krauß den zweiten Theil seines groß angelegten Werkes über die griechischen und lateinischen Lehrwörter im Talmud, Midrasch und Targum, ein sehr werthvolles Hilfsmittel zur Kenntniß der einschlägigen Litteratur, erscheinen ließ. Die Einleitung in den Talmud von H. L. Strack ist wieder in neuer Auflage erschienen. Von dem großangelegten Werke des Budapester Professors M. Bloch über die Jnstituttonen des Judenthums nach der in den talmudischen Quellen angegebenen geschichtlichen Reihenfolge ist der zweite Theil des zweiten Bandes herausaekommen. Aus dem Gebiete des Midrasch ist wieder eine neue Publikatton von dem unermüdlichen Schatzgräber Salomon Bub er zu verzeichnen, nämlich die Ausgabe des Jalkut