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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 29

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1901-01-01
Page
Seite 29 (sequence 13)
Language
German
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29 ihnen bisher zur Ehre gereicht und als Verdienst angeschrieben wurde. Diese Tendenz kehrt bei Wellhausen so gut wie bei Harnack wieder, und der gelehrte Philolog ist natürlich entzückt davon, seinen geliebten Zeus auf den Thron setzen zu dürfen, den der Judengott so lange unrechtmäßig eingenommen hat. Die ganze Erscheinung ist traurig charakteristisch für unsere Zeit und für unsere Wissenschaft. Das Traurigste aber bleibt die Thatsache, daß solche und ähnliche Behauptungen, daß z. B. Anschauungen, wie sie Adolf Harnack in seiner weitverbreiteten Schrift über das Wesen des Christenthums niedergelegt, von jüdischer Seite unwidersprochen bleiben und so auch bei Juden den Glauben finden, den sie bei Nichtjuden durch die Autorität des Namens schon vorher gefunden haben. Wo sind unsere gelehrten Theologen, die auf solche Angriffe und Herausforderungen, auf falsche Darstellungen und sachliche Unrichtigkeiten die treffende Antwort aus dem Geiste des jüdischen Schriftthums zn geben hätten? Die Frage ist leider mehr als berechtigt im Hinblick auf die erwähnten und andere Ausschreitungen der sog. neueren Schule, die man von maßgebender und sachkundiger Seite beständig darauf Hinweisen sollte, daß es wahrlich nicht immer der Imperativ der wissenschaftlichen Wahrheit sei, dem sie bei ihren Hhpothesen, Entdeckungen und Ausstellungen zu folgen beliebe. Nach dieser Abschweifung, die mir aber im Interesse der Sache geboten schien, kehren wir zu unserer Litteraturrevue wieder. Von Hilfsquellen zur alten Geschichte und Litteratur sind wieder eine Reihe tüchtiger Arbeiten zu erwähnen, so die Schrift von Schanz über das Alter des Menschengeschlechts, von Steindorfs über die Blüthezeit des Pharaonenreiches, von Winkler , ein neues Heft seiner kühnen altorientalischen Forschungen, ein stattlicher Band aus dem Nachlasse von Georg Ebers: Aegyptische Studien und Verwandtes, eine sehr bedeutsame Arbeit von E. König: Stilistik, Rhetorik und Poetik in Bezug auf die hebräische Litteratur, die viele einschlägige Schriften dieses Gebiets weit überragt. Endlich der erste Band einer biblischen Encyklopädie von-Cheyne und

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