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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 195

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 195 (sequence 48)
Language
German
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IRI
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195 erbaut sein soll. In jedem Fall ist sie sehr alt. Da jetzt in jenem Th eil von Kairo keine Juden mehr wohnen, so wird nur zwei Mal des Jahres eine Wallfahrt dahin unternommen und eine Prozession mit den DHDD1) gehalten. Hier war auch der Ort, wo der berühmte Maimonides oder Rambam lebte und wirkte, und wo viele unserer gelehrten Juden neben ihm glänzten. Jetzt sind leider die hiesigen Juden auf einem sehr niedrigen Standpunkte der Bildung. Wir haben unfern Aufenthalt hier benutzt, um eine Schule zu gründen, in welcher außer dem Hebräischen und Arabischen auch Französisch und Italienisch, sowie Arithmetik und Geographie gelehrt werden soll. Herr Cremieux ist, nachdem er für die materiellen Bedürfnisse der Schule gesorgt, vor einigen Tagen abgereist. Ich bleibe noch bis nächsten Donnerstag hier, um alles, was den Unterricht betrifft, in Ordnung zu bringen. Dann gehe ich nach Alexandrien zurück, wo sich hoffentlich etwas Aehnliches wird gründen lassen. Wenigstens haben wir vor unsrer Abreise dort einige Anstalten dazu getroffen. Ich habe einen Aufruf in hebräischer und arabischer Sprache aufgesetzt, den wir den Gemeindevorstehern übersandt haben, und der vom Rabbiner in einer Versammlung öffentlich verlesen wurde. Ich gedenke den 11. in Alexandrien einzutreffen und mich am 17. nach Europa einzuschiffen. Herr Cremieux wird gewiß schon in diesen Tagen Alexandrien verlassen. Herr Montefiore hat sich bereits vor vierzehn Tagen eingeschifft. Die vielen Beschäftigungen, mit denen ich in den wenigen Tagen, die ich hier noch verweile, überhäuft bin, erlauben mir für heute keine längere Unterhaltung, und ich muß die in meinen vorigen Briefen versprochenen Antworten noch einige Tage verschieben. Lebe recht wohl, mehr von Alexandrien aus oder von dem Lazarethe zu Malta. 33. An die Mutter. Malta, den 4. November 1840. Theuerste Mutter! . . . Hoffentlich hast Du mein Schreiben aus Kairo pünktlich erhalten. . . . Nach der Abreise des Herrn Cremieux, der seinen Weg über Triest genommen hat, war mein Aufenthalt der jüdischen Schule gewidmet, welche wir dort gegründet haben. Es ist nun für die Civilisirung der Juden ein guter Anfang gemacht, und ich hoffe, unsere Reise wird für sie nicht fruchtlos sein. Wäre nicht der Krieg jetzt im Orient ausgebrochen, so hätten wir auch in Alexandrien und vielleicht in Syrien dasselbe versucht. Wir müssen es nun auf eine spätere Zeit verschieben. i) Thorarollen. 13*

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