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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 188

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 188 (sequence 41)
Language
German
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IRI
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188 lischen Juden, und in bitteren Tadel über den französischen Minister Thiers, der die Sache auf eine höchst unwürdige Weise behandelt hat, während Lord Palmerston sich der Juden auf eine sehr edle Weise annimmt. Die englischen Blätter enthalten auch einen ausführlichen Bericht über eine Versammlung, welche vor einigen Tagen in der Synagoge von Dukes Place gehalten wurde, und in welcher der ehemalige Sherif Sir Moses Montefiore sich auf eine rührende Weise verabschiedete. Dieser edle Mann hat schon zwei Mal mit seiner Frau aus bloßer Religiosität eine Reise nach Jerusalem unternommen. Im vorigen Sommer lernte ich ihn und seine Frau hier kennen, als er von seiner zweiten Reise zurückkehrte. Er ist in Aegypten sehr angesehen, und seine persönliche Gegenwart wird uns gewiß sehr nützlich sein. Die in Paris und London gesammelten Beiträge zur Deckung der Kosten belaufen sich schon auf 250 000 Franken, und die Geber haben sich verpflichtet, ihre Beiträge zu verdoppeln, wenn es nöthig seyn sollte. Wir erwarten Herrn Montefiore die nächste Woche in Paris, wo er sich einige Tage aufhalten wird. Am 21. Juli schiffen wir uns in Marseille ein und sind in den ersten Tagen des August, so Gott will, in Alexandrien. Ob wir nach Palästina gehen, ist zweifelhaft, doch sehr wahrscheinlich, zumal wenn, wie sich hoffen läßt, die Angelegenheiten in Alexandrien bald gut von statten gehen. ... 27. An die Mutter. Marseille, den 19. Juli 1840. Theuerste Mutter! ... Es wohnen hier viele Juden aus Syrien, welche mit dem Orient fortwährende Verbindungen unterhalten, und von denen man über die dortige Gegend und über manche Personen vieles Interessante und Nützliche erfahren kann. Einer derselben, ein gewisser Herr Altaras, ein sehr reicher und angesehener Mann und Vorsteher der hiesigen Gemeinde, besuchte mich Freitag gleich nach meiner Ankunft. . . . Ich mußte gestern bei ihm speisen und befand mich in arabischer Gesellschaft mit arabischer Kost bewirthet. Seine achtzigjährige Schwiegermutter, welche erst seit einem Jahre Syrien verlassen hat, befand sich da im orientalischen Sabbathkostüm ihrer Heimat, und ich unterhielt mich mit vielem Interesse mit der alten Frau in ihrer Landessprache, was sie sehr wunderte und ergötzte-, da sie fast kein Wort französisch versteht. Die andern Mitglieder der Familie, welche schon lange Zeit hier wohnen, haben europäische Sitte und Bildung angenommen.... Unsre Abreise ist auf übermorgen festgesetzt. Es beruhigt mich sehr, liebe Mutter, daß Du diese Reise, wenn nicht

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