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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 187

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 187 (sequence 40)
Language
German
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187 vieler Beziehung gut zu statten. Ich hätte freilich gewünscht, sie in andern Verhältnissen zu machen und hätte es mir nie träumen lassen, daß es wegen einer mittelalterlichen Judenverfolgung geschehen werde. Doch da die Vorsehung es so will, so betrachte ich es als eine göttliche Fügung, daß auch ich etwas zur Rettung der Unterdrückten beitragen soll, und ich fühle mich schon im Voraus durch dieses Bewußtsein vollkommen belohnt, zumal da alles, wie es jetzt steht, einen günstigen Erfolg unsrer Sendung erwarten läßt. Ich bin überzeugt, liebe Mutter, Dein frommer Sinn wird Dich diese Reise unter den heitersten Farben sehen lassen. Du wirst es auch einsehen, daß es mir unmöglich gewesen wäre, nicht darin einzuwilligen, und wenn ich Zeit gehabt hätte. Dich um Deine Meinung zu fragen, so würdest Du mir gewiß selbst dazu gerathen haben. Nach drei Monaten wirst Du Dich, so Gott will, meiner glücklichen Rückkehr freuen und Dir sagen können, daß ich zur Verrichtung eines großen und guten Werkes einiges beigetragen habe. Meine Vorgesetzten an der Bibliothdk haben es ebenfalls eingesehen, daß ich nicht Zurückbleiben darf und haben mir wegen der Wichtigkeit der Sache einen Urlaub bewilligt, obgleich meine Abwesenheit für die Verwaltung sehr störend ist. Äs wurde mir sogar angekündigt, daß mir mein Gehalt während der Zeit meiner Abwesenheit nicht entzogen werden soll. Ich hoffe, liebe Mutter, Du wirst mir nur heitere Wünsche und gute Hoffnungen auf die Reise mitgeben und alle Besorgniß fahren lassen. Wir sind überall in der Hand der Vorsehung; die Verbindungen zwischen Frankreich und Aegypten sind jetzt so häufig, daß man hier die Fahrt nach Alexandrien, gleichsam wie eine Promenade betrachtet. Herr Cremieux, der für einige Zeit seine Frau und Kinder verläßt, bringt im Grunde ein größeres Opfer als ich, der ich doch von den Meinigen entfernt bin und mich nur etwas mehr entferne. Von dieser Seite hätte ich nicht einmal eine scheinbare Entschuldigung finden können. . . . Ich habe zu sagen vergessen, daß hier und in London bedeutende Summen von den reichsten Juden zusammengeschossen wurden, um die Kosten dieses großen Prozesses zu decken. Von diesen Geldern werden auch Herrn Crsmieux und mir die Reisekosten vergütigt. Herr Montefiore, welcher sehr reich ist, reist auf seine eigenen Kosten.... 2H. Aus der Anschrift an den Schwager John Meyer in demselben Briefe. . . . Die englischen Blätter vom 25., welche gestern hier angekommen sind, sprechen sehr viel von der jüdischen Angelegenheit, und alle ergießen sich in Lob der europäischen, besonders der eng-

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