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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 179

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 179 (sequence 32)
Language
German
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179 ihr Geld abgesehen; ihnen zu zeigen, daß man auch in einer wenig vortheilhaften Lage Geld verachten kann und soll, das kann moralische Folgen haben, die ich weit höher schätze, als die mir angebotene Summe. Daß ich mich in diesem Punkte nicht geirrt habe, zeigt mir der Brief, welchen ich vor kurzem von Herrn Wilhelm Beer erhalten habe. Mein Benehmen wurde nicht verkannt, sondern richtig gewürdigt und sehr hoch ausgenommen. . . . 16. An den Schwager John Meyer in Glogau. Paris, 24. August 1833. . . . . Ihre Mittheilungen in Betreff der Posner Juden überraschten mich nicht. Für die Lage der Juden in Preußen ist keine Verbesserung von Seiten der Regierung zu erwarten. In England emanzipirte man die Katholiken nur aus Furcht, die jüdische Bill ist wiederum durchgefallen. Vielleicht werden wir nun die Juden früher in Portugal als in England und Preußen frei sehen. Dagegen zu schreiben ist ganz unzweckmäßig; man hat genug für und wider die Juden geschmiert, dieser Stoff ist erschöpft. Es ist unter der Würde der Juden, ihr wohlgegründetes Recht jetzt noch in läppischen Flugschriften zu vertheidigen, zumal da ihre Gegner jedem Gefühl allgemeiner Menschenliebe unzugänglich sind. Uns bleibt jetzt nichts übrig als mit der tiefsten Verachtung auf unsere Unterdrücker herabzusehen und gleich unfern Vätern im Mittelalter den Druck mit Ergebung zu ertragen, bis es der Gottheit gefällt, uns auf eine oder die andre Weise zu unserm Rechte zu verhelfen. In hiesigen Blättern kann man freilich das schändliche Benehmen unsrer Regierungen rügen, es geschieht auch zuweilen; aber auch dies ist ganz unnütz, die Verachtung, welche man hier allgemein gegen solche Niedrigkeiten hegt, bedarf keiner neuen Anregung. 17. An die Mutter. Paris, 20. Oktober 1833. Jnnigstgeliebte Mutter!.Meyerbeer habe ich neulich bei seinem kurzen Aufenthalte in Paris gesprochen. Ich hätte dieses Zusammentreffen, wenn es möglich gewesen wäre, gern vermieden; denn in uns beiden wurde der Schmerz erneuert. Hier konnte ich recht sehen, wie wenig Reicbthum und Größe glücklich macht.. Dieser Mann, der sich einen so kolossalen Ruf erworben, der irdische Güter im Ueberfluß besitzt, stand doch tief gebeugt da. Das noch frische Andenken seines Bruders, der beklagenswerthe Zustand seiner von Schmerz gebeugten Mutter, seine an einer 12*

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