Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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177 non denen ist, die meine Abhandlung sowohl in Betreff der Sprache, als auch der behandelten Gegenstände am besten beurtheilen können, scheint auch meine Absicht wohl eingesehen zu haben. Wenn ich etwas gegen seinen Brief zu bemerken habe, so ist es der Umstand, daß er der kleinen Schrift einen zu großen Werth beilegt. Uebrigens habe ich schon früher bemerkt, daß ich an den Noten des Herrn Sahen nicht den geringsten Antheil habe, und sie sogar großen Teils sehr mißbillige. Dies geht aus meiner Arbeit deutlich hervor, und einige hiesige Blätter haben auch auf die Verschiedenheit unsrer Ansichten, und zwar zu meinem Vortheil, aufmerksam gemacht. Ich werde nächstens den fünften Band einsenden, welcher O'nsi “1DD1) enthält. In diesem Bande befindet sich nichts von mir, aber ich werde vielleicht eine ausführliche allgemeine Einleitung zur mm2) liefern, welche besonders erscheinen wird... . 15. An die Schwester Charlotte Danziger. Paris, den 9. Juni 1833. Theuerste Schwester! ... Ich will nur bemerken, daß ich Deiner Meinung, den Doktortitel anzunehmen, in keinem Falle beigestimmt haben würde, nicht nur würde ich es mir zum Vorwurf machen, von Andern eine Unterstützung hierzu anzunehmen, sondern ich würde auch, wenn ich im Ueberfluß lebte, das Geld lieber auf jede andere anständige Weise, als auf einen läppischen Titel verwenden, so lange mich dieser Titel zu nichts führen kann. Welchen Werth hat übrigens ein Titel, welchen man an einigen deutschen Universitäten um einige Louisdor feilbietet, und mit dem sich so viele Ignoranten schmücken? Der Geist, welcher unter den deutschen Professoren herrscht, ist mir zu verhaßt und zu verächtlich, als daß ich mich bei diesen Menschen um ein Diplom bewerben sollte, welches sie mir als Jude nur darum ertheilen, weil es ihnen um die Paar Louisdor zu thun ist. Mögen sie immerhin ihr Diplom behalten; so lange das Verhältnis unsrer Glaubensgenossen in Deutschland sich nicht ändert, danke ich dafür, und halte jeden Juden, der sich darum bewirbt, für einen Narren, welcher das Ehrgefühl seiner Eitelkeit opfert. Ich verarge es Dir übrigens nicht, daß Du noch einiges Gewicht darauf legst, ich würde es vielleicht auch thun, wäre ich nicht seit einigen Jahren in Frankreich, wo der Geist mit großartigeren Dingen beschäftigt ist, und wo man auf manche derartige Lappalien mit Achselzucken herabsieht. — Worauf nttr mehr ankommt, das ist, in meinem Fache etwas Be- *) Das 5. Buch Moses. — 2) Thora. 12