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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 174

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 174 (sequence 27)
Language
German
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maligen Deputirten in Verbindung getreten, welche beide sehr angesehene Männer sind und besonders bei dem neuen Ministerium vielen Einfluß haben. Beide haben mir dieser Tage Empfehlungsschreiben an zwei von den jetzigen Ministern überschickt, aber ich weiß noch nicht, welchen Gebrauch ich davon machen werde, imt> ob sich überhaupt eine Gelegenheit darbieten werde, die Empfehlungen zu benützen. Ich habe es schon oft wiederholt, wenn man hier nicht Charlatan und Intrigant ist, so hilft alle Begünstigung nichts. Auf ein Amt kann ich als Ausländer keinen Anspruch machen; es ist möglich, daß ich in den Arbeiten, die jetzt über die hiesigen Bibliotheken vorgenommen werden, bei den orientalischen Manuskripten Beschäftigung finde, denn da ist die Concurrenz nicht so groß, und es könnte sich da manches Fach finden, für das ich in dem jetzigen Augenblick keinen Mitbewerber in Paris zu fürchten hätte; aber es ist die Frage, ob das Ministerium lange genug am Ruder bleibt, um die Arbeiten, von denen ich spreche, definitiv organisiren zu können, und nur in diesem Falle könnten mir die Empfehlungen von Nutzen sein. In jedem Falle aber habe ich Ursache, mich der gemachten Bekanntschaften zn freuen, da sie mir vorläufig zu vorteilhaften Privatbeschäftigungen verhelfen können. Was Deine Bemerkungen über mein Berhältniß zu Herrn Beer betrifft, so hast Du dasselbe ganz richtig beurtheilt. Freilich glaubt Herr Beer — obgleich übrigens alles, was er für mich gethan und noch zu thun bereit ist, nur dem reinsten und uneigennützigsten Edelmuth zuzuschreiben ist —, daß ich, wenn ich bei ihm bin, ihm in manchen literarischen Beschäftigungen einigermaßen nützlich sein kann, und wenn ich diese Ueberzeugung hätte, so würde die Pflicht der Dankbarkeit verlangen, daß ich mich unter jeder Bedingung seinen Wünschen füge. Aber die Erfahrung hat mich gelehrt, daß sowohl seine poetischen Arbeiten als auch seine ausgebreiteten Verbindungen ihm nicht viel Zeit zu andern Beschäftigungen übrig lassen, und daß unser Zusammensein nur mir, aber nicht ihm nützlich sein kann. Von dieser Seite betrachtet, wird Dich meine Weigerung nicht mehr befremden, und Du wirst es» natürlich finden, wenn ich ein solches Verhältniß nicht als eine unabhängige Stellung betrachten kann. ... 12. An die Mutter. Nachschrift eines längeren Briefes, ck. d. 21. März 1833. Ich bitte Dich, mir die Freude zu machen, beifolgende Kleinigkeit von meinen Ersparnissen zu Deinem Gebrauche zu verwenden. Ich hatte diesen Winter mehr Beschäftigung als je in Paris, und wenn es so fortginge, würde ich Dich wohl bitten müssen, von Zeit

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