Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Natur nichts entbehre als den Umgang mit den Meinigen, wo aber diese Entbehrung mir weit fühlbarer ist, als in dem tumultuösen, sinn-betäubenden Paris, wohin ich nun bald wieder zurückkehren werde.... Empfange nun, geliebte Mutter, meinen innigsten Glückwunsch zu dem beginnenden Jahre, möge der Himmel meine Wünsche erfüllen und uns bald die Freude des Wiedersehens schenken.... 10. An die Schwester Charlotte sDanzigerj. Thiers (Puy de Dome), den 14. September 1832. ... Eine Reise wünsche ich sehnlichst zu unternehmen, aber weder nach Italien noch nach Baiern, sondern nach Schlesien; ich kann es Dir nicht mit Worten aus drücken, wie sehr ich mich nach der Heimath, in den Kreis der Meinigen, zurücksehne; gebe der Himmel, daß ich den Wunsch, mit dem ich so lange umgehe, ganz nach meinem Sinne realisiren könne. Wie heiter und zufrieoen ich auch seyn mag, der Gedanke an die Heimath und die Schwierigkeiten, die sich meiner Reise dorthin bis jetzt noch entgegengesetzt haben, verursachen mir manche sehr trübe Stunde.... Ich bitte Dich, mir recht bald wieder nach Paris zu schreiben, und mir über die lieben Kinder einiges mitzutheilen, welche Richtung ihre Erziehung nimmt, besonders die der Knaben. Wie würde es mich glücklich machen, wenn ich, mit der lieben Mutter bei Dir lebend, einen Theil meiner Zeit Deinen Kindern widmen könnte; es würde mir, wenn meine Verhältnisse und Studien es zuließen, gewiß keine Ueberwindung kosten, Paris mit Grünberg zu vertauschen, und oft habe ich es bereut, ein Fach gewählt zu haben, das mich nöthigt, in einer großen Stadt zu leben, wenigstens so lange , ich keine fixirte Anstellung habe. Ich denke oft, daß ich als Mediziner weit glücklicher gewesen wäre; denn als solcher hätte ich leicht in der Nähe der Personen, die mir am theuersten sind, ein Unterkommen finden können. Wenn ich die Mittel hätte, so würde ich jetzt noch dieses Fach ergreifen; dies ist mein voller Ernst.... 11. An die Mutter. . Paris, den 1. November 1832. Theuerste Mutter! Meine Reise hat sich länger, als ich es glaubte in die Länge gezogen; ich habe meinen Wunsch realisirt, die herrliche Gegend, in der ich mich befand, etwas näher in Augenschein zu nehmen, und habe einen Theil der Gebirge der Auvergne bereist. Ich habe durch diese Reise einige wichtige Bekanntschaften gemacht und bin mit einem Offizier und einem vor-