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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 168

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 168 (sequence 21)
Language
German
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168 - den Vortheil, in Paris zu sein. Ich wohne in einem der größten Hotels unserer Hauptstadt, in welches ich sicher nicht hineingerathen wäre, wenn nicht Herr Beer, der wieder in Paris ist und wohl den Winter hier zubringen wird, mich aufgefordert hätte, bei ihm zu wohnen. Wir haben nämlich, wenn er in Paris ist, manche philologische Beschäftigungen mit einander; da es aber ungewiß iftr ob er immer zu den Stunden, die wir etwa dazu bestimmen möchten, frei sein werde, so will er -— um mich nicht unnütze Wege machen zu lassen — daß ich, so lange er in Paris bleiben wird, mit ihm in einem Hause wohne. ... 6. An die Schwester Charlotte sDanzigerj. Paris, den 22. Nov. 1831. Geliebte Schwester! . . . Politik und Cholera, das sind die beiden Punkte, um welche sich alles dreht und von denen uns die öffentlichen Blätter täglich unterhalten; Litteratur und Kunst, selbst Theater treten weit in den Hintergrund zurück. . . Ich bitte Dich inständig, mir recht oft zu schreiben und mir unverhohlen alles mitzutheilen, was bei uns vorgeht. Der Zustand unserer Provinz kann mir doch nicht verschwiegen bleiben, da die Berliner Zeitung jeden Ort nennt, wo die Cholera ausbricht. Ich erwarte daher von Dir sowohl als von der lieben Mutter und allen den Unserigen. daß Ihr mich von Allem genau unterrichten und oft schreiben werdet. Daß ich seit einem Monat wieder in Paris bin und mit Herrn Beer in dem schönsten Theile der Stadt wohne, hast Du bereits aus meinem, an unsere Mutter gerichteten Schreiben ersehen. Daß dies Zusammenwohnen viele Annehmlichkeiten für mich hat, kannst Du leicht denken, und dies um so mehr, da meine Unabhängigkeit nicht im Geringsten darunter leibet; ich suche mich Herrn Beer in den Beschäftigungen, welche wir mit einander haben, nützlich zu machen, und als derselbe mich aufforderte, bei ihm zu wohnen, that er es keineswegs in einem Tone, als wollte er mir nützlich sein, sondern als wenn ich ihm dadurch eine große Gefälligkeit bezeugte. Herr Beer, wie auch seine Mutter, bezeugen mir fortwährend das lebhafteste Interesse, sie suchen mir durch Empfehlungen so viel wie möglich nützlich zu sein. Auch Herrn Wilhelm Beer, der sich als Astronom bekannt gemacht hat, habe ich hier näher kennen gelernt, und sein Benehmen gegen mich hat wir viel Vertrauen zu diesem Manne eingestößt. Gestern Abend ist hier eine neue Oper des Herrn Meyer beer, Lodert le Diable, im großen Opernhause zum ersten Male aufgeführt worden. Ich habe der Vorstellung in Gesellschaft der B eer'schen Familie beigewohnt;

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