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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 169

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 169 (sequence 22)
Language
German
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169 das Publikum zollte dem neuen Werke den unzweideutigsten Beifall. Ich muß nun noch Einiges über meine Arbeiten bemerken. Du scheinst einen hohen Begriff von denselben zu haben, und es thut mir leid. Dir Deinen Jrrthum benehmen zu müssen. Weniges davon ist zur Oeffentlichkeit gekommen und auch hiervon das meiste anonym, nämlich in nicht Unterzeichneten Artikeln-eines hiesigen wissenschaftlichen Journals, das seit einiger Zeit nicht mehr erscheint. Was ich an Cotta geliefert habe, handelte von der Geographie des Orients und war für „Die Hertha" (eine geographische Monatsschrift) bestimmt. Ich kann Dir die Nummern nicht anzeigend in welchen meine Beiträge erschienen sind, da sie mir selber nicht zu Gesichte gekommen sind. Da aber die Arbeit bezahlt worden, so setze ich voraus, daß sie gedruckt ist. Die meisten Arbeiten, mit denen ich mich in der letzten Zeit beschäftigte, waren litterarische Hilfsarbeiten, die mir von auswärtigen Orientalisten aufgetragen wurden. Denn da ich hier an der Quelle bin und zahlreiche Manuskripte benutzen kann, so bin ich im Stande, über verschiedene Fächer der orientalischen Litteratur Aufschlüsse zu geben, die sich jene Gelehrten nicht leicht anderswo verschaffen können. Von diesen Arbeiten kommt Manches wohl später an's Licht, doch meistens ohne Erwähnung meines Namens. Ich lege auch auf solche zerstreute Arbeiten wenig Werth und betrachte sie mehr als Mittel, mir hier meinen Unterhalt zu sichern. Die Sammlungen, welche ich hier für mich gemacht, werden mir dazu dienen, später auf eigene Hand Manches herauszugeben, und die orientalische Litteratur vielleicht um ein Weniges zu bereichern. Es ist in diesem Gebiete noch sehr viel zu thun, und auch nur wenig zu leisten, ist hier schon ein Verdienst. . . . 7. An Herrn Meyer in Glogau. Paris, den 17. April 1832. Werthester Schwager! . . . Was meine Lage betrifft, so kann ich Ihnen insofern nichts Befriedigendes darüber mittheilen, als ich noch immer keine bestimmten Aussichten habe, wozu es freilich wohl endlich Zeit wäre. Es fehlt mir zwar für jetzt an nichts, doch bin ich in einem Alter, wo ich an einem gewissen Ziel stehen sollte; dieses Ziel, wo nicht verfehlt, doch vielleicht noch ein wenig herausgerückt zu sehen, dies ist's, was mir Sorgen macht. Der Fehler liegt theils an meinen Studien, theils an meinem Charakter. Die ersteren sind von der Art, daß es einem Juden wohl selten gelingt, sie praktisch anzuwenden im Leben; in Frankreich macht zwar die Religion nicht den geringsten Unterschied, aber hier bin

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